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Auf einen Blick
Kurz beantwortet
Ausgefallene Sideboards sind niedrige Anrichten, Highboards und Kommoden, die den Stauraum nicht nur organisieren, sondern zum gestalterischen Hauptdarsteller machen: mit geriffelten Fronten, Rohrgeflecht, Terrazzo-Platten, farbig lackiertem MDF oder modularer Bauweise. Statt austauschbarer Massenware setzen sie ein bewusstes Statement – von Systemklassikern wie <strong>USM Haller</strong>, <strong>String</strong> und <strong>Montana</strong> bis zu skulpturalen Einzelstücken mit Memphis-Erbe.
Ausgefallene Sideboards beginnen dort, wo das Möbel aufhört, bloß Stauraum zu sein. Kaum ein Möbel arbeitet so hart und wird so unterschätzt wie das Sideboard. Es schluckt Geschirr, Akten, Fernbedienungen und Ladekabel – und steht dabei oft auf der prominentesten Wandfläche des Raums. Genau hier setzt ein ausgefallenes Sideboard an: Es versteckt den Stauraum nicht schamhaft, sondern verwandelt ihn in ein gestalterisches Ereignis. Wer nach einer ausgefallenen Kommode, einem extravaganten Highboard oder einer Anrichte sucht, die nicht in jedem zweiten Wohnzimmer steht, will meist genau das nicht mehr: die folienbeschichtete Spanplatte von der Stange. In diesem Ratgeber zeigen wir, was ein außergewöhnliches Sideboard wirklich ausmacht – von Materialien über Design-Epochen bis zur handfesten Kaufberatung – und verlinken direkt in die kuratierte Auswahl an Designer-Sideboards und -Kommoden bei stylesoul.
Sideboards, die nicht jeder hat, erkennt man selten am Preisschild und fast immer am Detail. Es ist die Front, die nicht glatt, sondern fein gerillt ist und das Licht in ein Streifenspiel bricht. Es ist die Schiebetür aus Rohrgeflecht, hinter der die Ordnung dahinter nur schemenhaft durchscheint. Es ist der Korpus, der nicht klobig auf dem Boden aufsitzt, sondern auf schlanken Konusbeinen zu schweben scheint. Ausgefallen ist dabei kein Synonym für laut – es ist ein Synonym für durchdacht. Ob als besondere Sideboards für den Flur, als extravagante Sideboards mit großer Geste, als coole Sideboards für urbane Lofts, als originelle Sideboards abseits der Stange oder als einzigartige Sideboards mit Sammlerwert – gemeint ist immer dasselbe: Stauraum mit Haltung.
Der schnellste Weg zu einem Möbel, das eben nicht jeder besitzt, führt über Modulsysteme. Das Schweizer System USM Haller besteht aus verchromten Stahlrohren und pulverbeschichteten Blechen, die sich zur flachen Anrichte ebenso fügen wie zum raumhohen Highboard. Weil jede Konfiguration individuell ist – Höhe, Breite, offene und geschlossene Fächer, Farbe des Blechs – entsteht praktisch nie zweimal dasselbe Möbel. Ähnlich arbeitet das dänische System Montana von Peter J. Lassen: lackierte Module in über 40 Farbtönen, die sich stapeln, hängen und zu einer eigenen Komposition verbinden lassen. Und das schwedische Leitersystem String, 1949 von Nisse Strinning entworfen, macht aus einer schmalen Kommode im Handumdrehen eine wandfüllende Sideboard-Regal-Kombination.
Ein gutes Gegenmodell zur Massenware ist außerdem das wandhängende Sideboard. Wird der Korpus über eine stabile Schiene getragen und bleibt der Boden darunter frei, wirkt selbst ein breites Möbel leicht – und der Raum sofort größer. Wer die Familienähnlichkeit der Warengruppe erkunden möchte, findet in unserer Übersicht zu ausgefallenen TV-Möbeln viele verwandte Ideen, denn Lowboard und Sideboard sind konstruktiv enge Verwandte.
Außergewöhnliche Sideboards unterscheiden sich von der Norm nicht durch Zufall, sondern durch eine gestalterische Idee, die sich konsequent durch das ganze Möbel zieht. Das kann die Materialkombination sein, die Farbe, die Silhouette – oder die Art, wie Front und Griff gelöst sind. Vier Typen haben sich als besonders tragfähig erwiesen, wenn man aus einem reinen Stauraummöbel ein Ausstellungsstück machen will.
Manche Sideboards sind kleine Skulpturen. Ein monolithischer Block aus geriffelter Eiche, eine Front mit reliefartigem Fräsmuster oder ein Korpus mit runden, organischen Kanten funktioniert wie ein Ausrufezeichen im Raum: Man stellt ihn nicht in die Ecke, man baut die Einrichtung um ihn herum auf. Das Erbe der italienischen Memphis-Bewegung um Ettore Sottsass lebt in solchen Stücken weiter – Farbe, Muster und bewusst gebrochene Symmetrie.
Das genaue Gegenteil, aber ebenso außergewöhnlich, ist die radikale Reduktion. Ein wandhängendes Sideboard ohne sichtbare Griffe, mit Push-to-open-Fronten und einer einzigen durchgehenden Materialfläche wirkt gerade durch das Weglassen besonders. Weniger ist hier tatsächlich schwerer zu bauen: Die Fugen müssen perfekt sitzen, weil nichts sie kaschiert. Marken wie Muuto und HAY aus Kopenhagen beherrschen diese leise Eleganz.
Systeme wie USM Haller, Montana oder das String-Regal machen aus der Anrichte eine wachsende Architektur. Man beginnt mit einem schmalen Sideboard und ergänzt später Fächer für Bücher, Vinyl oder Geschirr – bis daraus ein raumhohes Highboard oder eine ganze Wand wird. Diese Wandelbarkeit ist selbst schon ein außergewöhnliches Merkmal: Das Möbel altert nicht, es verändert sich mit dem Leben mit.
Besonders reizvoll wird es, wenn Materialien aufeinandertreffen, die man selten zusammen sieht: warmes Nussbaum-Furnier über einem Sockel aus pulverbeschichtetem Stahl, eine Terrazzo-Deckplatte auf einem Korpus aus geölter Eiche oder Schiebetüren aus Wiener Geflecht in einem Rahmen aus lackiertem MDF. Solche Kontraste geben einem Möbel Tiefe. Eine ähnliche Freude an Materialbrüchen findet man auch bei den ausgefallenen Regalen – nicht zufällig, denn offenes Regal und geschlossenes Sideboard bilden im Wohnraum oft ein gestalterisches Paar.
Wer konkrete Sideboard-Ideen sucht, denkt am besten nicht vom Möbel her, sondern vom Raum und von der Nutzung. Die folgenden Ansätze haben sich in der Praxis bewährt und lassen sich mit den kuratierten Stücken aus unserem Sortiment an Designer-Kommoden umsetzen.
Ein wandhängendes Sideboard, dazu eine indirekte Lichtleiste an der Unterkante – so entsteht eine durchgehende, schwebende Horizontale, die den Raum optisch beruhigt und streckt. Der freie Boden darunter lässt kleine Wohnzimmer größer wirken und erleichtert das Reinigen. Ideal für alle, die einen aufgeräumten, fast grafischen Look mögen.
Eine bunte Kommode – tiefes Petrol, Bordeaux, Senfgelb oder Waldgrün – vor einer neutralen Wand setzt einen Akzent, der den ganzen Raum definiert. Montana mit seiner riesigen Farbpalette ist hier der Klassiker; wer es dezenter mag, wählt eine einzelne farbige Schublade in einem sonst ruhigen Korpus.
Ein schmales, hohes Highboard muss nicht an der Wand stehen. Frei im Raum platziert, trennt es Ess- von Wohnbereich, ohne den Lichtfluss zu blockieren – besonders wenn die obere Zone offen bleibt. So wird aus einem Stauraummöbel ein Architekturelement.
Im Flur übernimmt eine ausgefallene Kommode die Rolle der Kommandozentrale: Schlüsselschale, Post, Ladestation, eine kleine Vase. Eine schmale Bautiefe (25–35 cm) hält den Durchgang frei, eine robuste Deckplatte hält den Alltag aus. Wie man diesen Bereich weiterdenkt, zeigen unsere Ideen zu ausgefallenen Schränken.
Das klassische Sideboard stammt aus dem Esszimmer, wo es Geschirr, Gläser und Tischwäsche aufnimmt und die Deckplatte zur Servierfläche für Buffet und Karaffen wird. Eine hitze- und feuchtigkeitsunempfindliche Oberfläche – Terrazzo, Naturstein oder lackiertes MDF – ist hier Gold wert.
Die beste Sideboard-Idee ist selten die auffälligste, sondern die, die zu Raum, Nutzung und Alltag am besten passt. Ein ausgefallenes Möbel darf Aufmerksamkeit fordern – aber es sollte sie verdienen.
Kein Faktor entscheidet so stark über Wirkung und Langlebigkeit eines Sideboards wie das Material. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Massenware arbeitet mit bedruckter Dekorfolie auf Spanplatte, hochwertige Stücke setzen auf ehrliche Werkstoffe, die man sehen und fühlen darf.
Massive Eiche und Nussbaum sind die Königsklasse. Massivholz altert schön, lässt sich nachölen und trägt eine lebendige Maserung, die jedes Möbel zum Unikat macht. Weil ein durchgehend massiver Korpus schwer und teuer ist, arbeiten viele Manufakturen mit Echtholz-Furnier auf einem formstabilen Trägermaterial – optisch kaum vom Vollholz zu unterscheiden, leichter und weniger anfällig für Verzug. Entscheidend ist die Oberfläche: geölte Hölzer wirken matt und natürlich, lackierte sind unempfindlicher gegen Flüssigkeiten.
Der prägende Fronttrend der letzten Jahre: geriffelte oder lamellierte Oberflächen. Schmale, senkrechte Rillen (oft Halbrund- oder Rundstäbe) brechen das Licht, werfen feine Schatten und geben einer Front haptische Tiefe. In Eiche wirkt das warm und handwerklich, in lackiertem MDF grafisch und modern – in jedem Fall verleiht es einem Sideboard sofort etwas Ausgefallenes.
Rohrgeflecht aus Rattan – auch Wiener Geflecht genannt – ist zurück. Als Schiebe- oder Flügeltür bringt es Leichtigkeit, eine natürliche Textur und einen Hauch Retro-Charme in ein sonst geschlossenes Möbel. Praktischer Nebeneffekt: Das offene Geflecht lässt Luft zirkulieren, was etwa bei versteckter HiFi-Technik hilft.
Bei Deckplatten setzen ausgefallene Sideboards gern Kontraste: Terrazzo mit seiner gesprenkelten Struktur, kühler Marmor oder eine seidenmatt lackierte MDF-Fläche in kräftiger Farbe. Lackiertes MDF ist zudem der Werkstoff, der die größte Farbfreiheit erlaubt – Grundlage für die satten Farbwelten von Systemen wie Montana.
Systeme wie USM Haller oder Regale von String und HAY beziehen ihren Charakter aus pulverbeschichtetem Stahl: extrem kratz- und stoßfest, farbecht und filigran baubar. Ein schlankes Metallgestell trägt schwebende Ebenen, die in Holz nicht möglich wären. Glasfronten und Vitrinenelemente wiederum inszenieren ausgewählte Objekte und lassen bei versteckter Technik die Fernbedienungssignale durch. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Materialien nach Charakter, Pflege und typischem Einsatz ein.
Ein ausgefallenes Sideboard steht selten im stilistischen Vakuum – es zitiert bewusst eine Epoche oder bricht mit ihr. Wer die wichtigsten Design-Strömungen kennt, trifft eine sicherere Wahl und kann Möbel gezielt miteinander sprechen lassen.
„Form folgt Funktion" – das Bauhaus-Prinzip zeigt sich in Möbeln, die auf jedes überflüssige Detail verzichten. Das modulare, streng gerasterte System USM Haller, entwickelt vom Architekten Fritz Haller, ist der wohl bekannteste zeitgenössische Erbe dieser Haltung: Rasterlogik, sichtbare Konstruktion, industrielle Materialien – ein Sideboard, das aussieht wie gebaute Architektur.
Die 1950er- und 60er-Jahre prägten die Formensprache der niedrigen Anrichte: schräg gestellte, konische Beine, warme Hölzer wie Teak und Nussbaum, klare Kanten und Schiebetüren. Der Däne Poul Cadovius revolutionierte mit seinem Cado-System das wandhängende Regal-Sideboard, während Hersteller wie Vitra das Erbe der Ära bis heute lebendig halten. Ein Sideboard in dieser Tradition wirkt zeitlos und passt erstaunlich gut zu heutiger Technik.
Die dänische und schwedische Schule steht für helle Hölzer, weiche Formen und wohnliche Funktionalität. Das String-System von Nisse Strinning, die Farbmodule von Montana (Peter J. Lassen) sowie die feine Handschrift von Muuto, HAY und Ferm Living übersetzen das „New Nordic"-Gefühl in leichte, freundliche Anrichten, die nie kühl wirken.
Die italienische Memphis-Gruppe um Ettore Sottsass feierte in den 1980er-Jahren Farbe, Muster und bewusst „falsche" Proportionen. Wer eine wirklich extravagante, verspielte Kommode sucht, findet in diesem Erbe die Wurzeln – knallige Kontraste, geometrische Dekore und der Mut zur bunten Fläche. Auch die Design-Ikonen von Cassina greifen diese experimentelle Haltung immer wieder auf.
Quer zu den Epochen steht die Idee des modularen Systems – von Cado über String und USM Haller bis Montana. Nicht das einzelne Möbel ist hier der Entwurf, sondern das Bauprinzip, aus dem sich Sideboard, Highboard und Regal ableiten lassen. Verwandte Gestaltungsideen für offene Systeme sammeln wir in unserer Übersicht zu ausgefallenen Regalen.
Ein ausgefallenes Stauraummöbel ist eine Anschaffung für viele Jahre. Damit Optik, Funktion und Maß zusammenpassen, lohnt es sich, vor dem Kauf ein paar zentrale Punkte zu klären – angefangen bei der Grundsatzfrage nach dem richtigen Typ.
Die drei Begriffe meinen verschiedene Proportionen für verschiedene Aufgaben. Das Sideboard ist niedrig und breit (meist 70–90 cm hoch), bietet viel Deckfläche und zoniert Wohn- oder Esszimmer. Die Kommode ist kompakter, oft schubladenlastig und der Klassiker für Schlafzimmer und Flur. Das Highboard baut in die Höhe (etwa 120–160 cm), nutzt schmale Wandflächen und schafft auf kleiner Grundfläche viel Stauraum. Wer die volle Bandbreite vergleichen will, findet sie in der Kategorie Designer-Highboards.
Messen Sie die verfügbare Wandbreite und lassen Sie links und rechts Luft, damit das Möbel nicht eingekeilt wirkt. Für die Höhe gilt: Eine Sideboard-Deckplatte auf 75–85 cm liegt auf angenehmer Arbeits- und Servierhöhe; ein Highboard sollte nicht mit der Deckenlinie oder mit Türrahmen kollidieren. Im Flur ist eine geringe Bautiefe entscheidend.
Überlegen Sie vor dem Kauf, was hineinsoll: Geschirr und Gläser verlangen tiefe Fächer, Vinyl feste Zwischenböden, Akten Hängeregister. Schubladen bieten schnellen Überblick, Türen mit Einlegeböden mehr Flexibilität. Eine Mischung aus offenen und geschlossenen Fächern deckt Alltag und Ordnung am besten ab.
Sobald Router, Soundbar, Sonos oder eine Ladestation im Möbel wohnen, werden Kabeldurchlässe in der Rückwand, Platz für eine Steckdosenleiste und Belüftung zum Kernkriterium. Geschlossene Fächer ohne Luftzirkulation werden zur Hitzefalle; Rohrgeflecht- oder Glasfronten schaffen hier elegant Abhilfe.
Wandhängende Sideboards wirken leichter, vergrößern kleine Räume optisch und erleichtern die Reinigung – sie verlangen aber eine tragfähige Wand (Massivwand ideal; bei Rigips sind spezielle Anker Pflicht). Modelle auf schlanken Konus- oder Metallfüßen sind flexibler platzierbar und tragen mehr Gewicht. Bodenstehende Vollkorpus-Möbel bieten den meisten Stauraum, wirken aber massiver. Die kompakte Checkliste unter den Kaufkriterien fasst alle Punkte zusammen; die passenden Stücke finden Sie in der Auswahl an Designer-Möbeln bei stylesoul.
Ein ausgefallenes Sideboard entfaltet seine Wirkung erst im Zusammenspiel mit dem übrigen Raum. Wer ein paar Grundregeln der Inszenierung beherzigt, macht aus einem schönen Möbel einen echten Blickfang – und aus der Deckplatte eine kleine Bühne.
Ein Nussbaum-Sideboard wirkt am stärksten, wenn sich sein Holzton anderswo im Raum wiederfindet – im Couchtisch, in den Beinen eines Sessels, im Bilderrahmen. Solche Material-Echos binden das Möbel ein, statt es isoliert wirken zu lassen. Über dem Sideboard sorgen ein großes Bild, ein Spiegel oder eine asymmetrische Bilderwand für die vertikale Ergänzung zur breiten Horizontale.
Die Flur-Kommode ist Visitenkarte und Ablage zugleich. Ein Spiegel darüber weitet den engen Raum, eine kleine Leuchte oder Wandlampe schafft Atmosphäre, eine Schale bändigt Schlüssel und Kleinkram. Halten Sie die Deckplatte bewusst reduziert – im Flur wirkt Ordnung großzügiger als Deko.
Als Buffet-Fläche darf das Sideboard hier großzügiger bestückt sein: eine Karaffen-Gruppe, ein Stapel schöner Teller, eine niedrige Blumenschale. Wichtig ist eine unempfindliche Deckplatte, die Feuchtigkeit und Wärme aushält.
Sideboard und offenes Regal bilden im Wohnraum oft ein Gespann – Anregungen dazu bietet unsere Sammlung ausgefallener Regale.
Die Gestaltung von Sideboards, Kommoden und Highboards bewegt sich weiter – getrieben von einem neuen Materialbewusstsein und dem Wunsch nach Möbeln mit Haltung. Diese Entwicklungen prägen 2026 das Segment der ausgefallenen Anrichten.
Geriffelte und lamellierte Fronten sind der vielleicht sichtbarste Trend: Sie brechen das Licht, geben glatten Flächen eine haptische Struktur und wirken handwerklich zugleich modern. Kombiniert mit warmen Hölzern entsteht ein Look, der reich, aber nie überladen ist.
Wiener Geflecht, Rattan und ungeschönte Naturhölzer bringen Wärme und einen entspannten, leicht mediterranen Ton in die geradlinige Moderne. Ergänzt werden sie durch Terrazzo und Naturstein, die eine mineralische, wertige Note beisteuern.
Nach Jahren des Grau-Beige kehren satte Farben zurück: Waldgrün, Terrakotta, tiefes Blau, warmes Senfgelb. Montana mit seiner riesigen Farbpalette und farbig lackierte MDF-Fronten machen die Kommode zum farblichen Ankerpunkt des Raums.
Der stärkste nachhaltige Trend ist zugleich der praktischste: modulare Systeme, die mitwachsen und sich umbauen lassen. Ein USM Haller- oder String-Möbel wird bei einem Umzug nicht entsorgt, sondern neu konfiguriert. Das ist gelebte Nachhaltigkeit – Möbel, die man nicht ersetzt, sondern verändert.
Bewusste Käufer achten zunehmend auf FSC-zertifiziertes Massivholz, wasserbasierte Lacke, natürliche Werkstoffe wie Linoleum und Rohrgeflecht sowie auf Reparierbarkeit. Ein langlebiges, nachölbares Massivholz-Sideboard ist am Ende die nachhaltigste Wahl – es überdauert Moden und lässt sich über Jahrzehnte auffrischen, statt ersetzt zu werden. Wer Stauraum zusätzlich in die Höhe denkt, findet ergänzende Ideen in unserer Übersicht zu ausgefallenen Schränken.
Auch beim Sideboard lohnt der geschulte Blick: Zwischen einem lizenzierten Designklassiker und seinem Nachbau liegen oft Welten – und ein gut gepflegtes Sideboard begleitet dich ein Leben lang.
Modulare Ikonen wie das USM Haller Sideboard (nach Fritz Haller, in der Schweiz gefertigt) oder die strengen Sideboards von Florence Knoll für Knoll International werden bis heute in Originalqualität produziert. Erkennbar sind sie an präzisen Spaltmaßen, sauber gepulverten oder verchromten Metalloberflächen, echten Furnieren auf stabilem Trägermaterial und einer nachvollziehbaren Herkunft mit Herstellerkennzeichnung. Nachbauten verraten sich durch wackelige Verbindungen, dünne Rückwände, ungenau laufende Schubladen und Dekorfolien statt echtem Furnier – Details, die nach kurzer Zeit ausschlagen.
Geölte Massivholz-Sideboards aus Eiche oder Nussbaum lassen sich partiell nachölen: Kratzer und matte Stellen verschwinden mit etwas Möbelöl und einem weichen Tuch in Faserrichtung. Lackierte oder furnierte Flächen wischst du nur nebelfeucht ab und vermeidest stehende Nässe. Untersetzer schützen vor Wasserringen, und direkte Sonne solltest du meiden, damit das Holz nicht ungleichmäßig nachdunkelt.
Hochglanz-Lackfronten sind edel, aber empfindlich gegen Kratzer – reinige sie nur mit weichen Tüchern und ohne Scheuermittel. Verchromte oder pulverbeschichtete Gestelle wie beim USM-System brauchen lediglich ein trockenes Tuch; Fingerabdrücke auf Glasfronten entfernst du mit etwas Glasreiniger auf dem Tuch statt direkt auf der Fläche. Schubladenläufe aus Metall freuen sich über einen gelegentlichen Tropfen Gleitwachs. So bleibt das Sideboard über Jahrzehnte ein Schmuckstück. Die passenden Korpusse findest du in den Kategorien Sideboards & Kommoden und Highboards, während die Kommoden die kompaktere Variante fürs Schlafzimmer bereithalten.
Wer sein Sideboard über Jahre begleitet, denkt außerdem an die Details im Inneren: Filz- oder Lederauflagen in den Schubladen schützen empfindliches Besteck und Gläser vor Kratzern, verstellbare Böden passen das Fach an wechselnde Inhalte an, gedämpfte Selbsteinzüge lassen Schubladen und Türen leise schließen, und eine rückseitige Kabelöffnung hält Medientechnik ordentlich verborgen. Solche Feinheiten trennen ein durchdachtes Designmöbel vom bloß hübschen Korpus. Prüfe beim Kauf ruhig jede Schublade einzeln: Läuft sie ruckelfrei bis zum Anschlag, kippt sie im voll ausgezogenen Zustand nicht nach vorn, und schließt sie bündig? Genau diese unspektakulären Qualitäten sind der Grund, warum ein gutes Sideboard nicht nur schön aussieht, sondern über Jahrzehnte ein verlässlicher Alltagshelfer bleibt.
| Material | Charakter | Pflege | Typisch bei |
|---|---|---|---|
| Massivholz Eiche/Nussbaum | Warm, lebendige Maserung, altert schön | Gelegentlich nachölen, Nässe vermeiden | Manufaktur-Sideboards, Mid-Century-Stil |
| Echtholz-Furnier | Optik wie Massivholz, formstabil, leichter | Feucht abwischen, je nach Finish | Viele Designmöbel, Highboards |
| Geriffelte/lamellierte Front | Lichtspiel, haptische Tiefe, grafisch | Staub in den Rillen mit Pinsel entfernen | Trend-Sideboards, Eiche & MDF |
| Rohrgeflecht (Wiener Geflecht) | Leicht, natürlich, luftdurchlässig | Trocken abstauben, nicht durchbiegen | Retro-Kommoden, Schiebetüren |
| Terrazzo / Naturstein | Mineralisch, wertig, unempfindlich | Feucht abwischen, ggf. imprägnieren | Deckplatten, Esszimmer-Anrichten |
| Lackiertes MDF | Maximale Farbfreiheit, glatt | Feucht abwischen, kratzempfindlicher | Montana, farbige Statement-Fronten |
| Pulverbeschichteter Stahl | Kratzfest, farbecht, filigran baubar | Sehr pflegeleicht, feucht abwischbar | USM Haller, String, HAY |
| Typ | Typische Höhe | Stärke | Idealer Raum |
|---|---|---|---|
| Sideboard | 70–90 cm | Breite Deckfläche, zoniert den Raum | Wohn- & Esszimmer |
| Kommode | 80–110 cm | Schubladenstauraum, kompakt | Schlafzimmer, Flur |
| Highboard | 120–160 cm | Viel Stauraum auf kleiner Grundfläche | Ess- & Wohnzimmer, als Raumteiler |
| Lowboard | 30–50 cm | Flach, für Technik & TV | Medienbereich |
| Modul-System | frei konfigurierbar | Wächst mit, wandelbar | Jeder Raum |
| Stil / Epoche | Merkmale | Designer / Marken |
|---|---|---|
| Bauhaus / Funktionalismus | Raster, sichtbare Konstruktion, Industrie-Materialien | USM Haller (Fritz Haller) |
| Mid-Century Modern | Konische Beine, Nussbaum/Teak, Schiebetüren | Cado (Poul Cadovius), Vitra |
| Skandinavisch | Helle Hölzer, weiche Formen, Modularität | String (Nisse Strinning), Muuto, HAY, Ferm Living |
| Memphis / Postmoderne | Farbe, Muster, gebrochene Proportionen | Ettore Sottsass (Memphis), Cassina |
| Modulares System-Design | Bauprinzip statt Einzelmöbel, wandelbar | USM Haller, Montana (Peter J. Lassen), String |
Zuletzt aktualisiert: . Dieser Ratgeber wurde von der stylesoul-Redaktion kuratiert, die sich auf Design- und Interior-Möbel spezialisiert hat. Für die Auswahl der vorgestellten Stücke prüfen wir Material, Verarbeitung, Herkunft und gestalterische Eigenständigkeit – wir empfehlen nur Marken mit nachvollziehbarem Design-Anspruch wie USM Haller, Montana, String, Muuto, HAY und Ferm Living sowie die Klassiker der Mid-Century- und Memphis-Ära rund um Poul Cadovius, Nisse Strinning, Peter J. Lassen und Ettore Sottsass. Alle Maß-, Höhen- und Materialangaben beruhen auf Herstellerinformationen und der Einrichtungspraxis unserer Redaktion. Unser Ziel ist es, ausgefallene Sideboards, Kommoden und Highboards unabhängig einzuordnen und über verschiedene Shops hinweg vergleichbar zu machen, statt Einzelprodukte zu bewerben.
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