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Inspiration · Die Top 10

Ausgefallene Sideboards

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Auf einen Blick

  • Ausgefallen heißt Charakter: geriffelte Eiche, Rohrgeflecht, Terrazzo und farbig lackiertes MDF statt Dekorfolie auf Spanplatte.
  • Drei Bauhöhen, drei Aufgaben: das flache Sideboard zoniert, die Kommode ordnet den Flur, das schmale Highboard nutzt die Wandhöhe.
  • Modular denken: Systeme wie USM Haller, String und Montana wachsen von der schmalen Anrichte zur raumhohen Wand mit.
  • Faustregel Höhe: Sideboards liegen meist bei 70–90 cm, Highboards bei 120–160 cm – die Deckplatte wird gern zur Ablage- und Deko-Bühne.
  • Kabel & Technik mitdenken: Durchlässe, Lüftung und Steckdosenplatz entscheiden, ob Sonos, Router und Ladeschale sauber verschwinden.
  • Massivholz ist die nachhaltigste Wahl: geölte Eiche und Nussbaum altern schön, lassen sich nachölen und überdauern Moden.

Kurz beantwortet

Ausgefallene Sideboards sind niedrige Anrichten, Highboards und Kommoden, die den Stauraum nicht nur organisieren, sondern zum gestalterischen Hauptdarsteller machen: mit geriffelten Fronten, Rohrgeflecht, Terrazzo-Platten, farbig lackiertem MDF oder modularer Bauweise. Statt austauschbarer Massenware setzen sie ein bewusstes Statement – von Systemklassikern wie <strong>USM Haller</strong>, <strong>String</strong> und <strong>Montana</strong> bis zu skulpturalen Einzelstücken mit Memphis-Erbe.

Ausgefallene Sideboards beginnen dort, wo das Möbel aufhört, bloß Stauraum zu sein. Kaum ein Möbel arbeitet so hart und wird so unterschätzt wie das Sideboard. Es schluckt Geschirr, Akten, Fernbedienungen und Ladekabel – und steht dabei oft auf der prominentesten Wandfläche des Raums. Genau hier setzt ein ausgefallenes Sideboard an: Es versteckt den Stauraum nicht schamhaft, sondern verwandelt ihn in ein gestalterisches Ereignis. Wer nach einer ausgefallenen Kommode, einem extravaganten Highboard oder einer Anrichte sucht, die nicht in jedem zweiten Wohnzimmer steht, will meist genau das nicht mehr: die folienbeschichtete Spanplatte von der Stange. In diesem Ratgeber zeigen wir, was ein außergewöhnliches Sideboard wirklich ausmacht – von Materialien über Design-Epochen bis zur handfesten Kaufberatung – und verlinken direkt in die kuratierte Auswahl an Designer-Sideboards und -Kommoden bei stylesoul.

Ausgefallene Sideboards, die nicht jeder hat

Sideboards, die nicht jeder hat, erkennt man selten am Preisschild und fast immer am Detail. Es ist die Front, die nicht glatt, sondern fein gerillt ist und das Licht in ein Streifenspiel bricht. Es ist die Schiebetür aus Rohrgeflecht, hinter der die Ordnung dahinter nur schemenhaft durchscheint. Es ist der Korpus, der nicht klobig auf dem Boden aufsitzt, sondern auf schlanken Konusbeinen zu schweben scheint. Ausgefallen ist dabei kein Synonym für laut – es ist ein Synonym für durchdacht. Ob als besondere Sideboards für den Flur, als extravagante Sideboards mit großer Geste, als coole Sideboards für urbane Lofts, als originelle Sideboards abseits der Stange oder als einzigartige Sideboards mit Sammlerwert – gemeint ist immer dasselbe: Stauraum mit Haltung.

Der schnellste Weg zu einem Möbel, das eben nicht jeder besitzt, führt über Modulsysteme. Das Schweizer System USM Haller besteht aus verchromten Stahlrohren und pulverbeschichteten Blechen, die sich zur flachen Anrichte ebenso fügen wie zum raumhohen Highboard. Weil jede Konfiguration individuell ist – Höhe, Breite, offene und geschlossene Fächer, Farbe des Blechs – entsteht praktisch nie zweimal dasselbe Möbel. Ähnlich arbeitet das dänische System Montana von Peter J. Lassen: lackierte Module in über 40 Farbtönen, die sich stapeln, hängen und zu einer eigenen Komposition verbinden lassen. Und das schwedische Leitersystem String, 1949 von Nisse Strinning entworfen, macht aus einer schmalen Kommode im Handumdrehen eine wandfüllende Sideboard-Regal-Kombination.

Woran man das Besondere erkennt

  • Materialehrlichkeit: massive Eiche, echtes Nussbaum-Furnier oder Rohrgeflecht statt Dekorfolie in Holzoptik.
  • Konstruktion statt Kaschierung: gefräste Griffmulden, sauber gezinkte Ecken und sichtbare, ehrlich verarbeitete Verbindungen.
  • Ungewöhnliche Proportion: extra flach und lang wie eine Bank, oder bewusst schmal und in die Höhe gebaut als Highboard.
  • Individuelle Konfiguration: Modulsysteme, die sich an Raumhöhe und Nutzung anpassen – nicht umgekehrt.

Ein gutes Gegenmodell zur Massenware ist außerdem das wandhängende Sideboard. Wird der Korpus über eine stabile Schiene getragen und bleibt der Boden darunter frei, wirkt selbst ein breites Möbel leicht – und der Raum sofort größer. Wer die Familienähnlichkeit der Warengruppe erkunden möchte, findet in unserer Übersicht zu ausgefallenen TV-Möbeln viele verwandte Ideen, denn Lowboard und Sideboard sind konstruktiv enge Verwandte.

Außergewöhnliche Sideboards

Außergewöhnliche Sideboards unterscheiden sich von der Norm nicht durch Zufall, sondern durch eine gestalterische Idee, die sich konsequent durch das ganze Möbel zieht. Das kann die Materialkombination sein, die Farbe, die Silhouette – oder die Art, wie Front und Griff gelöst sind. Vier Typen haben sich als besonders tragfähig erwiesen, wenn man aus einem reinen Stauraummöbel ein Ausstellungsstück machen will.

Das skulpturale Statement

Manche Sideboards sind kleine Skulpturen. Ein monolithischer Block aus geriffelter Eiche, eine Front mit reliefartigem Fräsmuster oder ein Korpus mit runden, organischen Kanten funktioniert wie ein Ausrufezeichen im Raum: Man stellt ihn nicht in die Ecke, man baut die Einrichtung um ihn herum auf. Das Erbe der italienischen Memphis-Bewegung um Ettore Sottsass lebt in solchen Stücken weiter – Farbe, Muster und bewusst gebrochene Symmetrie.

Der reduzierte Purist

Das genaue Gegenteil, aber ebenso außergewöhnlich, ist die radikale Reduktion. Ein wandhängendes Sideboard ohne sichtbare Griffe, mit Push-to-open-Fronten und einer einzigen durchgehenden Materialfläche wirkt gerade durch das Weglassen besonders. Weniger ist hier tatsächlich schwerer zu bauen: Die Fugen müssen perfekt sitzen, weil nichts sie kaschiert. Marken wie Muuto und HAY aus Kopenhagen beherrschen diese leise Eleganz.

Der modulare Baukasten

Systeme wie USM Haller, Montana oder das String-Regal machen aus der Anrichte eine wachsende Architektur. Man beginnt mit einem schmalen Sideboard und ergänzt später Fächer für Bücher, Vinyl oder Geschirr – bis daraus ein raumhohes Highboard oder eine ganze Wand wird. Diese Wandelbarkeit ist selbst schon ein außergewöhnliches Merkmal: Das Möbel altert nicht, es verändert sich mit dem Leben mit.

Der Material-Hybrid

Besonders reizvoll wird es, wenn Materialien aufeinandertreffen, die man selten zusammen sieht: warmes Nussbaum-Furnier über einem Sockel aus pulverbeschichtetem Stahl, eine Terrazzo-Deckplatte auf einem Korpus aus geölter Eiche oder Schiebetüren aus Wiener Geflecht in einem Rahmen aus lackiertem MDF. Solche Kontraste geben einem Möbel Tiefe. Eine ähnliche Freude an Materialbrüchen findet man auch bei den ausgefallenen Regalen – nicht zufällig, denn offenes Regal und geschlossenes Sideboard bilden im Wohnraum oft ein gestalterisches Paar.

Sideboards Ideen

Wer konkrete Sideboard-Ideen sucht, denkt am besten nicht vom Möbel her, sondern vom Raum und von der Nutzung. Die folgenden Ansätze haben sich in der Praxis bewährt und lassen sich mit den kuratierten Stücken aus unserem Sortiment an Designer-Kommoden umsetzen.

Idee 1: Die schwebende Linie im Wohnzimmer

Ein wandhängendes Sideboard, dazu eine indirekte Lichtleiste an der Unterkante – so entsteht eine durchgehende, schwebende Horizontale, die den Raum optisch beruhigt und streckt. Der freie Boden darunter lässt kleine Wohnzimmer größer wirken und erleichtert das Reinigen. Ideal für alle, die einen aufgeräumten, fast grafischen Look mögen.

Idee 2: Der bunte Kontrapunkt

Eine bunte Kommode – tiefes Petrol, Bordeaux, Senfgelb oder Waldgrün – vor einer neutralen Wand setzt einen Akzent, der den ganzen Raum definiert. Montana mit seiner riesigen Farbpalette ist hier der Klassiker; wer es dezenter mag, wählt eine einzelne farbige Schublade in einem sonst ruhigen Korpus.

Idee 3: Das Highboard als Raumteiler

Ein schmales, hohes Highboard muss nicht an der Wand stehen. Frei im Raum platziert, trennt es Ess- von Wohnbereich, ohne den Lichtfluss zu blockieren – besonders wenn die obere Zone offen bleibt. So wird aus einem Stauraummöbel ein Architekturelement.

Idee 4: Die Flur-Kommode mit Ablage-Ritual

Im Flur übernimmt eine ausgefallene Kommode die Rolle der Kommandozentrale: Schlüsselschale, Post, Ladestation, eine kleine Vase. Eine schmale Bautiefe (25–35 cm) hält den Durchgang frei, eine robuste Deckplatte hält den Alltag aus. Wie man diesen Bereich weiterdenkt, zeigen unsere Ideen zu ausgefallenen Schränken.

Idee 5: Die Anrichte im Esszimmer

Das klassische Sideboard stammt aus dem Esszimmer, wo es Geschirr, Gläser und Tischwäsche aufnimmt und die Deckplatte zur Servierfläche für Buffet und Karaffen wird. Eine hitze- und feuchtigkeitsunempfindliche Oberfläche – Terrazzo, Naturstein oder lackiertes MDF – ist hier Gold wert.

Die beste Sideboard-Idee ist selten die auffälligste, sondern die, die zu Raum, Nutzung und Alltag am besten passt. Ein ausgefallenes Möbel darf Aufmerksamkeit fordern – aber es sollte sie verdienen.

Materialien & Verarbeitung

Kein Faktor entscheidet so stark über Wirkung und Langlebigkeit eines Sideboards wie das Material. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Massenware arbeitet mit bedruckter Dekorfolie auf Spanplatte, hochwertige Stücke setzen auf ehrliche Werkstoffe, die man sehen und fühlen darf.

Massivholz und Furnier

Massive Eiche und Nussbaum sind die Königsklasse. Massivholz altert schön, lässt sich nachölen und trägt eine lebendige Maserung, die jedes Möbel zum Unikat macht. Weil ein durchgehend massiver Korpus schwer und teuer ist, arbeiten viele Manufakturen mit Echtholz-Furnier auf einem formstabilen Trägermaterial – optisch kaum vom Vollholz zu unterscheiden, leichter und weniger anfällig für Verzug. Entscheidend ist die Oberfläche: geölte Hölzer wirken matt und natürlich, lackierte sind unempfindlicher gegen Flüssigkeiten.

Geriffelte und lamellierte Fronten

Der prägende Fronttrend der letzten Jahre: geriffelte oder lamellierte Oberflächen. Schmale, senkrechte Rillen (oft Halbrund- oder Rundstäbe) brechen das Licht, werfen feine Schatten und geben einer Front haptische Tiefe. In Eiche wirkt das warm und handwerklich, in lackiertem MDF grafisch und modern – in jedem Fall verleiht es einem Sideboard sofort etwas Ausgefallenes.

Rohrgeflecht (Wiener Geflecht)

Rohrgeflecht aus Rattan – auch Wiener Geflecht genannt – ist zurück. Als Schiebe- oder Flügeltür bringt es Leichtigkeit, eine natürliche Textur und einen Hauch Retro-Charme in ein sonst geschlossenes Möbel. Praktischer Nebeneffekt: Das offene Geflecht lässt Luft zirkulieren, was etwa bei versteckter HiFi-Technik hilft.

Terrazzo, Naturstein und lackiertes MDF

Bei Deckplatten setzen ausgefallene Sideboards gern Kontraste: Terrazzo mit seiner gesprenkelten Struktur, kühler Marmor oder eine seidenmatt lackierte MDF-Fläche in kräftiger Farbe. Lackiertes MDF ist zudem der Werkstoff, der die größte Farbfreiheit erlaubt – Grundlage für die satten Farbwelten von Systemen wie Montana.

Metallgestell und Glas

Systeme wie USM Haller oder Regale von String und HAY beziehen ihren Charakter aus pulverbeschichtetem Stahl: extrem kratz- und stoßfest, farbecht und filigran baubar. Ein schlankes Metallgestell trägt schwebende Ebenen, die in Holz nicht möglich wären. Glasfronten und Vitrinenelemente wiederum inszenieren ausgewählte Objekte und lassen bei versteckter Technik die Fernbedienungssignale durch. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Materialien nach Charakter, Pflege und typischem Einsatz ein.

Design-Stile & Epochen

Ein ausgefallenes Sideboard steht selten im stilistischen Vakuum – es zitiert bewusst eine Epoche oder bricht mit ihr. Wer die wichtigsten Design-Strömungen kennt, trifft eine sicherere Wahl und kann Möbel gezielt miteinander sprechen lassen.

Bauhaus & Funktionalismus

„Form folgt Funktion" – das Bauhaus-Prinzip zeigt sich in Möbeln, die auf jedes überflüssige Detail verzichten. Das modulare, streng gerasterte System USM Haller, entwickelt vom Architekten Fritz Haller, ist der wohl bekannteste zeitgenössische Erbe dieser Haltung: Rasterlogik, sichtbare Konstruktion, industrielle Materialien – ein Sideboard, das aussieht wie gebaute Architektur.

Mid-Century Modern und das Lowboard

Die 1950er- und 60er-Jahre prägten die Formensprache der niedrigen Anrichte: schräg gestellte, konische Beine, warme Hölzer wie Teak und Nussbaum, klare Kanten und Schiebetüren. Der Däne Poul Cadovius revolutionierte mit seinem Cado-System das wandhängende Regal-Sideboard, während Hersteller wie Vitra das Erbe der Ära bis heute lebendig halten. Ein Sideboard in dieser Tradition wirkt zeitlos und passt erstaunlich gut zu heutiger Technik.

Skandinavisches Design

Die dänische und schwedische Schule steht für helle Hölzer, weiche Formen und wohnliche Funktionalität. Das String-System von Nisse Strinning, die Farbmodule von Montana (Peter J. Lassen) sowie die feine Handschrift von Muuto, HAY und Ferm Living übersetzen das „New Nordic"-Gefühl in leichte, freundliche Anrichten, die nie kühl wirken.

Memphis & Postmoderne

Die italienische Memphis-Gruppe um Ettore Sottsass feierte in den 1980er-Jahren Farbe, Muster und bewusst „falsche" Proportionen. Wer eine wirklich extravagante, verspielte Kommode sucht, findet in diesem Erbe die Wurzeln – knallige Kontraste, geometrische Dekore und der Mut zur bunten Fläche. Auch die Design-Ikonen von Cassina greifen diese experimentelle Haltung immer wieder auf.

Modulares System-Design

Quer zu den Epochen steht die Idee des modularen Systems – von Cado über String und USM Haller bis Montana. Nicht das einzelne Möbel ist hier der Entwurf, sondern das Bauprinzip, aus dem sich Sideboard, Highboard und Regal ableiten lassen. Verwandte Gestaltungsideen für offene Systeme sammeln wir in unserer Übersicht zu ausgefallenen Regalen.

Highboard, Sideboard oder Kommode? Kaufberatung: worauf achten

Ein ausgefallenes Stauraummöbel ist eine Anschaffung für viele Jahre. Damit Optik, Funktion und Maß zusammenpassen, lohnt es sich, vor dem Kauf ein paar zentrale Punkte zu klären – angefangen bei der Grundsatzfrage nach dem richtigen Typ.

Highboard vs. Sideboard vs. Kommode

Die drei Begriffe meinen verschiedene Proportionen für verschiedene Aufgaben. Das Sideboard ist niedrig und breit (meist 70–90 cm hoch), bietet viel Deckfläche und zoniert Wohn- oder Esszimmer. Die Kommode ist kompakter, oft schubladenlastig und der Klassiker für Schlafzimmer und Flur. Das Highboard baut in die Höhe (etwa 120–160 cm), nutzt schmale Wandflächen und schafft auf kleiner Grundfläche viel Stauraum. Wer die volle Bandbreite vergleichen will, findet sie in der Kategorie Designer-Highboards.

Maße und Höhe zum Raum

Messen Sie die verfügbare Wandbreite und lassen Sie links und rechts Luft, damit das Möbel nicht eingekeilt wirkt. Für die Höhe gilt: Eine Sideboard-Deckplatte auf 75–85 cm liegt auf angenehmer Arbeits- und Servierhöhe; ein Highboard sollte nicht mit der Deckenlinie oder mit Türrahmen kollidieren. Im Flur ist eine geringe Bautiefe entscheidend.

Stauraum realistisch einschätzen

Überlegen Sie vor dem Kauf, was hineinsoll: Geschirr und Gläser verlangen tiefe Fächer, Vinyl feste Zwischenböden, Akten Hängeregister. Schubladen bieten schnellen Überblick, Türen mit Einlegeböden mehr Flexibilität. Eine Mischung aus offenen und geschlossenen Fächern deckt Alltag und Ordnung am besten ab.

Kabelmanagement und Technik

Sobald Router, Soundbar, Sonos oder eine Ladestation im Möbel wohnen, werden Kabeldurchlässe in der Rückwand, Platz für eine Steckdosenleiste und Belüftung zum Kernkriterium. Geschlossene Fächer ohne Luftzirkulation werden zur Hitzefalle; Rohrgeflecht- oder Glasfronten schaffen hier elegant Abhilfe.

Wandmontage vs. Standfüße

Wandhängende Sideboards wirken leichter, vergrößern kleine Räume optisch und erleichtern die Reinigung – sie verlangen aber eine tragfähige Wand (Massivwand ideal; bei Rigips sind spezielle Anker Pflicht). Modelle auf schlanken Konus- oder Metallfüßen sind flexibler platzierbar und tragen mehr Gewicht. Bodenstehende Vollkorpus-Möbel bieten den meisten Stauraum, wirken aber massiver. Die kompakte Checkliste unter den Kaufkriterien fasst alle Punkte zusammen; die passenden Stücke finden Sie in der Auswahl an Designer-Möbeln bei stylesoul.

Kombinieren & Inszenieren

Ein ausgefallenes Sideboard entfaltet seine Wirkung erst im Zusammenspiel mit dem übrigen Raum. Wer ein paar Grundregeln der Inszenierung beherzigt, macht aus einem schönen Möbel einen echten Blickfang – und aus der Deckplatte eine kleine Bühne.

Im Wohnzimmer: Material-Echos setzen

Ein Nussbaum-Sideboard wirkt am stärksten, wenn sich sein Holzton anderswo im Raum wiederfindet – im Couchtisch, in den Beinen eines Sessels, im Bilderrahmen. Solche Material-Echos binden das Möbel ein, statt es isoliert wirken zu lassen. Über dem Sideboard sorgen ein großes Bild, ein Spiegel oder eine asymmetrische Bilderwand für die vertikale Ergänzung zur breiten Horizontale.

Im Flur: Funktion zuerst

Die Flur-Kommode ist Visitenkarte und Ablage zugleich. Ein Spiegel darüber weitet den engen Raum, eine kleine Leuchte oder Wandlampe schafft Atmosphäre, eine Schale bändigt Schlüssel und Kleinkram. Halten Sie die Deckplatte bewusst reduziert – im Flur wirkt Ordnung großzügiger als Deko.

Im Esszimmer: die Anrichte inszenieren

Als Buffet-Fläche darf das Sideboard hier großzügiger bestückt sein: eine Karaffen-Gruppe, ein Stapel schöner Teller, eine niedrige Blumenschale. Wichtig ist eine unempfindliche Deckplatte, die Feuchtigkeit und Wärme aushält.

Deko-Styling der Deckplatte

  • Dreiergruppen: Objekte in ungeraden Zahlen und unterschiedlichen Höhen wirken lebendiger als symmetrische Paare.
  • Negativraum lassen: nicht jede Fläche füllen – Leere gibt den Objekten Raum zum Atmen.
  • Grün einbringen: eine Pflanze oder ein Zweig bricht die Strenge harter Kanten.
  • Bücher liegend stapeln: als Sockel für kleine Objekte und für horizontale Ruhe.
  • Licht dazu: eine kleine Tischleuchte macht aus dem Sideboard abends eine warme Lichtinsel.

Sideboard und offenes Regal bilden im Wohnraum oft ein Gespann – Anregungen dazu bietet unsere Sammlung ausgefallener Regale.

Trends 2026 & Nachhaltigkeit

Die Gestaltung von Sideboards, Kommoden und Highboards bewegt sich weiter – getrieben von einem neuen Materialbewusstsein und dem Wunsch nach Möbeln mit Haltung. Diese Entwicklungen prägen 2026 das Segment der ausgefallenen Anrichten.

Geriffelte Fronten und haptische Tiefe

Geriffelte und lamellierte Fronten sind der vielleicht sichtbarste Trend: Sie brechen das Licht, geben glatten Flächen eine haptische Struktur und wirken handwerklich zugleich modern. Kombiniert mit warmen Hölzern entsteht ein Look, der reich, aber nie überladen ist.

Rohrgeflecht und Naturmaterialien

Wiener Geflecht, Rattan und ungeschönte Naturhölzer bringen Wärme und einen entspannten, leicht mediterranen Ton in die geradlinige Moderne. Ergänzt werden sie durch Terrazzo und Naturstein, die eine mineralische, wertige Note beisteuern.

Erdige und satte Farben

Nach Jahren des Grau-Beige kehren satte Farben zurück: Waldgrün, Terrakotta, tiefes Blau, warmes Senfgelb. Montana mit seiner riesigen Farbpalette und farbig lackierte MDF-Fronten machen die Kommode zum farblichen Ankerpunkt des Raums.

Modularität als gelebte Nachhaltigkeit

Der stärkste nachhaltige Trend ist zugleich der praktischste: modulare Systeme, die mitwachsen und sich umbauen lassen. Ein USM Haller- oder String-Möbel wird bei einem Umzug nicht entsorgt, sondern neu konfiguriert. Das ist gelebte Nachhaltigkeit – Möbel, die man nicht ersetzt, sondern verändert.

Massivholz und ehrliche Herkunft

Bewusste Käufer achten zunehmend auf FSC-zertifiziertes Massivholz, wasserbasierte Lacke, natürliche Werkstoffe wie Linoleum und Rohrgeflecht sowie auf Reparierbarkeit. Ein langlebiges, nachölbares Massivholz-Sideboard ist am Ende die nachhaltigste Wahl – es überdauert Moden und lässt sich über Jahrzehnte auffrischen, statt ersetzt zu werden. Wer Stauraum zusätzlich in die Höhe denkt, findet ergänzende Ideen in unserer Übersicht zu ausgefallenen Schränken.

Original vs. Nachbau & Pflege: das Sideboard richtig behandeln

Auch beim Sideboard lohnt der geschulte Blick: Zwischen einem lizenzierten Designklassiker und seinem Nachbau liegen oft Welten – und ein gut gepflegtes Sideboard begleitet dich ein Leben lang.

Original vs. Nachbau

Modulare Ikonen wie das USM Haller Sideboard (nach Fritz Haller, in der Schweiz gefertigt) oder die strengen Sideboards von Florence Knoll für Knoll International werden bis heute in Originalqualität produziert. Erkennbar sind sie an präzisen Spaltmaßen, sauber gepulverten oder verchromten Metalloberflächen, echten Furnieren auf stabilem Trägermaterial und einer nachvollziehbaren Herkunft mit Herstellerkennzeichnung. Nachbauten verraten sich durch wackelige Verbindungen, dünne Rückwände, ungenau laufende Schubladen und Dekorfolien statt echtem Furnier – Details, die nach kurzer Zeit ausschlagen.

Massivholz und Furnier pflegen

Geölte Massivholz-Sideboards aus Eiche oder Nussbaum lassen sich partiell nachölen: Kratzer und matte Stellen verschwinden mit etwas Möbelöl und einem weichen Tuch in Faserrichtung. Lackierte oder furnierte Flächen wischst du nur nebelfeucht ab und vermeidest stehende Nässe. Untersetzer schützen vor Wasserringen, und direkte Sonne solltest du meiden, damit das Holz nicht ungleichmäßig nachdunkelt.

Lack, Glas und Metall

Hochglanz-Lackfronten sind edel, aber empfindlich gegen Kratzer – reinige sie nur mit weichen Tüchern und ohne Scheuermittel. Verchromte oder pulverbeschichtete Gestelle wie beim USM-System brauchen lediglich ein trockenes Tuch; Fingerabdrücke auf Glasfronten entfernst du mit etwas Glasreiniger auf dem Tuch statt direkt auf der Fläche. Schubladenläufe aus Metall freuen sich über einen gelegentlichen Tropfen Gleitwachs. So bleibt das Sideboard über Jahrzehnte ein Schmuckstück. Die passenden Korpusse findest du in den Kategorien Sideboards & Kommoden und Highboards, während die Kommoden die kompaktere Variante fürs Schlafzimmer bereithalten.

Wer sein Sideboard über Jahre begleitet, denkt außerdem an die Details im Inneren: Filz- oder Lederauflagen in den Schubladen schützen empfindliches Besteck und Gläser vor Kratzern, verstellbare Böden passen das Fach an wechselnde Inhalte an, gedämpfte Selbsteinzüge lassen Schubladen und Türen leise schließen, und eine rückseitige Kabelöffnung hält Medientechnik ordentlich verborgen. Solche Feinheiten trennen ein durchdachtes Designmöbel vom bloß hübschen Korpus. Prüfe beim Kauf ruhig jede Schublade einzeln: Läuft sie ruckelfrei bis zum Anschlag, kippt sie im voll ausgezogenen Zustand nicht nach vorn, und schließt sie bündig? Genau diese unspektakulären Qualitäten sind der Grund, warum ein gutes Sideboard nicht nur schön aussieht, sondern über Jahrzehnte ein verlässlicher Alltagshelfer bleibt.

Materialvergleich: Charakter, Pflege und typischer Einsatz bei Sideboards & Kommoden

MaterialCharakterPflegeTypisch bei
Massivholz Eiche/NussbaumWarm, lebendige Maserung, altert schönGelegentlich nachölen, Nässe vermeidenManufaktur-Sideboards, Mid-Century-Stil
Echtholz-FurnierOptik wie Massivholz, formstabil, leichterFeucht abwischen, je nach FinishViele Designmöbel, Highboards
Geriffelte/lamellierte FrontLichtspiel, haptische Tiefe, grafischStaub in den Rillen mit Pinsel entfernenTrend-Sideboards, Eiche & MDF
Rohrgeflecht (Wiener Geflecht)Leicht, natürlich, luftdurchlässigTrocken abstauben, nicht durchbiegenRetro-Kommoden, Schiebetüren
Terrazzo / NatursteinMineralisch, wertig, unempfindlichFeucht abwischen, ggf. imprägnierenDeckplatten, Esszimmer-Anrichten
Lackiertes MDFMaximale Farbfreiheit, glattFeucht abwischen, kratzempfindlicherMontana, farbige Statement-Fronten
Pulverbeschichteter StahlKratzfest, farbecht, filigran baubarSehr pflegeleicht, feucht abwischbarUSM Haller, String, HAY

Typen-Guide: Highboard, Sideboard und Kommode im Vergleich

TypTypische HöheStärkeIdealer Raum
Sideboard70–90 cmBreite Deckfläche, zoniert den RaumWohn- & Esszimmer
Kommode80–110 cmSchubladenstauraum, kompaktSchlafzimmer, Flur
Highboard120–160 cmViel Stauraum auf kleiner GrundflächeEss- & Wohnzimmer, als Raumteiler
Lowboard30–50 cmFlach, für Technik & TVMedienbereich
Modul-Systemfrei konfigurierbarWächst mit, wandelbarJeder Raum

Stil- und Marken-Guide: Wer passt zu welcher Design-Handschrift

Stil / EpocheMerkmaleDesigner / Marken
Bauhaus / FunktionalismusRaster, sichtbare Konstruktion, Industrie-MaterialienUSM Haller (Fritz Haller)
Mid-Century ModernKonische Beine, Nussbaum/Teak, SchiebetürenCado (Poul Cadovius), Vitra
SkandinavischHelle Hölzer, weiche Formen, ModularitätString (Nisse Strinning), Muuto, HAY, Ferm Living
Memphis / PostmoderneFarbe, Muster, gebrochene ProportionenEttore Sottsass (Memphis), Cassina
Modulares System-DesignBauprinzip statt Einzelmöbel, wandelbarUSM Haller, Montana (Peter J. Lassen), String

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Richtiger Typ: Sideboard (breit, niedrig), Kommode (kompakt, Schubladen) oder Highboard (schmal, hoch) je nach Raum und Stauraumbedarf wählen.
  • Maße zum Raum: Wandbreite und -höhe ausmessen, links und rechts Luft lassen; im Flur auf geringe Bautiefe (25–35 cm) achten.
  • Material & Verarbeitung: Massivholz, echtes Furnier, Rohrgeflecht, Terrazzo oder lackiertes MDF statt Dekorfolie bevorzugen.
  • Stauraum-Mix: Schubladen für Überblick, Türen mit Einlegeböden für Flexibilität – Kombination aus offen und geschlossen ist am praktischsten.
  • Kabelmanagement: Durchlässe in der Rückwand und Platz für eine Steckdosenleiste einplanen, wenn Technik im Möbel wohnt.
  • Belüftung: Lüftungsschlitze, offene Rückwände oder Rohrgeflecht-/Glasfronten schützen HiFi und Router vor Hitzestau.
  • Montageart: wandhängend (leicht, tragfähige Wand nötig) versus Standfüße (flexibel, mehr Traglast) bewusst entscheiden.
  • Nachhaltigkeit: FSC-Massivholz, wasserbasierte Lacke und modulare, reparierbare Systeme sichern eine lange Lebensdauer.

Zuletzt aktualisiert: . Dieser Ratgeber wurde von der stylesoul-Redaktion kuratiert, die sich auf Design- und Interior-Möbel spezialisiert hat. Für die Auswahl der vorgestellten Stücke prüfen wir Material, Verarbeitung, Herkunft und gestalterische Eigenständigkeit – wir empfehlen nur Marken mit nachvollziehbarem Design-Anspruch wie USM Haller, Montana, String, Muuto, HAY und Ferm Living sowie die Klassiker der Mid-Century- und Memphis-Ära rund um Poul Cadovius, Nisse Strinning, Peter J. Lassen und Ettore Sottsass. Alle Maß-, Höhen- und Materialangaben beruhen auf Herstellerinformationen und der Einrichtungspraxis unserer Redaktion. Unser Ziel ist es, ausgefallene Sideboards, Kommoden und Highboards unabhängig einzuordnen und über verschiedene Shops hinweg vergleichbar zu machen, statt Einzelprodukte zu bewerben.

Häufige Fragen zu Sideboards & Kommoden

Was macht ein ausgefallenes Sideboard aus?
Ein ausgefallenes Sideboard hebt sich durch ehrliche Materialien (Massivholz, geriffelte Fronten, Rohrgeflecht, Terrazzo, lackiertes MDF), ungewöhnliche Proportionen oder kräftige Farben und eine durchdachte Konstruktion von der folienbeschichteten Massenware ab. Oft sind es schwebende, wandhängende Modelle oder modulare Systeme wie USM Haller, String und Montana, die individuell konfigurierbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen Sideboard, Kommode und Highboard?
Ein Sideboard ist niedrig und breit (meist 70–90 cm hoch) und bietet viel Deckfläche. Eine Kommode ist kompakter und schubladenlastig, der Klassiker für Schlafzimmer und Flur. Ein Highboard baut in die Höhe (etwa 120–160 cm) und schafft auf kleiner Grundfläche viel Stauraum, teils sogar als Raumteiler.
Welche Marken bieten ausgefallene Sideboards und Kommoden?
Für modulare, wandelbare Lösungen stehen USM Haller, Montana und String. Für skandinavische Leichtigkeit Muuto, HAY und Ferm Living. Das Erbe der Mid-Century-Ära pflegen Cado (Poul Cadovius) und Vitra, während die experimentelle, farbenfrohe Linie auf die Memphis-Bewegung um Ettore Sottsass und Häuser wie Cassina zurückgeht.
Wie hoch sollte ein Sideboard sein?
Klassische Sideboards liegen bei 70 bis 90 cm, wobei eine Deckplatte auf 75–85 cm eine angenehme Arbeits- und Servierhöhe bietet. Highboards reichen von etwa 120 bis 160 cm. Wichtig ist, dass ein hohes Möbel nicht mit Fensterbänken, Türrahmen oder der Deckenlinie kollidiert.
Wandhängendes oder stehendes Sideboard – was ist besser?
Wandhängende Sideboards wirken leichter, vergrößern kleine Räume optisch und erleichtern die Reinigung, brauchen aber eine tragfähige Wand. Stehende Möbel auf Füßen oder mit Vollkorpus sind flexibler platzierbar und tragen mehr Gewicht. Modelle auf schlanken Konusbeinen sind ein guter Kompromiss aus schwebender Optik und einfacher Aufstellung.
Welches Material ist für ein Sideboard am nachhaltigsten?
Am nachhaltigsten ist FSC-zertifiziertes Massivholz wie Eiche oder Nussbaum, weil es sich nachölen, reparieren und über Jahrzehnte nutzen lässt. Ebenfalls sinnvoll sind modulare Systeme aus pulverbeschichtetem Stahl, die man bei Umzug oder neuem Bedarf umkonfiguriert statt ersetzt, sowie natürliche Werkstoffe wie Rohrgeflecht und Linoleum.

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