Warum ein Regal für das Ankleidezimmer mehr leistet als ein klassischer Kleiderschrank
Der klassische Drehtür-Kleiderschrank versteckt Kleidung hinter geschlossenen Fronten — praktisch, aber ineffizient. Wer morgens outfit-schnell zugreifen will, verliert Zeit. Ein offenes Regal für das Ankleidezimmer dreht dieses Prinzip um: Alles ist sofort sichtbar, kategorisiert und griffbereit.
Der Unterschied liegt im Raumnutzungsgrad. Ein Standardkleiderschrank mit 200 cm Breite bietet rund 2 m Hängefläche und 3-4 Einlegeböden. Ein vergleichbares offenes Regalsystem mit Kleiderstange, Schubladen und offenen Fächern kann auf derselben Wandbreite die dreifache Nutzfläche bieten — weil du Höhe und Tiefe variabel einsetzen kannst.
Dazu kommt der optische Aspekt: Ein strukturiert aufgebautes Ankleidezimmer im Schlafzimmer wirkt wie ein eigener Wohnbereich. Marken wie Elfa (Schweden) und Müller Möbelwerkstätten (Deutschland) zeigen, dass offene Regalsysteme nicht nur funktional, sondern auch gestalterisch anspruchsvoll sein können.
Ein weiterer Vorteil: Modularität. Kommoden für das Ankleidezimmer, zusätzliche Kleiderstangen oder Schuh-Regale lassen sich bei Bedarf ergänzen — ohne Umbaukosten. Das macht offene Regallösungen besonders zukunftssicher, wenn sich Lebens- oder Wohnsituation ändert.
Auch der Preis spricht für das Regalsystem: Während ein maßgefertigter begehbarer Kleiderschrank schnell 3.000-8.000 € kostet, bekommst du mit einem modularen Regalsystem aus dem Onlinehandel (Otto, Breuninger, Westwingnow) eine vollständige Ankleide-Lösung ab ca. 300-600 €.
Kurz gesagt: Ein Regal für das Ankleidezimmer ist die flexiblere, günstigere und oft auch praktischere Alternative zum klassischen Schrank — vorausgesetzt, du planst es mit System.
Regalsysteme für die Ankleide im Überblick: Welche Typen gibt es?
Nicht jedes Regal ist gleich. Für das Ankleidezimmer kommen mehrere Grundtypen in Frage, die sich in Konstruktion, Preis und Eignung unterscheiden.
OFFENE STECK- UND EINLEGEBÖDEN-SYSTEME: Der einfachste Einstieg. Systeme wie IKEA PAX (Grundschrank ab 59 €, ohne Türen genutzt), Kallax (ab 39 €, Würfelregal) oder das Metall-Steckregal von Manuflex (ca. 80-150 €) liefern sofort Stauraum. Nachteil: Staub setzt sich schnell ab, deswegen empfehlen sich Körbe oder Boxen als Einsätze.
WANDSCHIENEN-SYSTEME: Elfa (erhältlich über Container Store-Import und deutsche Händler, ab ca. 200 € für eine Wandeinheit), Hettich TopLine, oder das System String (Schweden, ab ca. 150 € für ein Grundfeld) — diese Systeme werden an Wandschienen montiert und sind vollständig modular. Vorteil: Höhenverstellbarkeit aller Elemente, kein Bohren in den Boden. Für Mietwohnungen ideal, wenn die Schienen sorgfältig montiert werden.
FREISTEHENDE REGALSYSTEME MIT KLEIDERSTANGE: Raumteiler-Konzepte wie der Standregal-Kombinationsschrank von Bopita oder das freistehende Ankleide-Modul von Lüttenhütt (Holz, 3-teilig, ca. 350-500 €) teilen gleichzeitig den Raum und schaffen Ankleide-Zonen. Praktisch in großen Schlafzimmern ohne trennende Wände.
KOMBINIERTE SYSTEM-MÖBEL: Der Klassiker ist die IKEA PAX-Kombination als offenes Regalsystem — Schränke ohne Türen, kombiniert mit Kallax-Würfeln und Kleiderstangen. Total-Budget für eine 3 m Wandlösung: 400-700 €. Hochwertigere Alternativen liefern Müller Möbelwerkstätten mit dem Modell Nox (ab ca. 890 €) oder die Swiss-Edition von Vauth-Sagel.
METALL- VS. HOLZREGALE: Metallregale (z.B. von Wenko, Songmics, Amazon Basics) sind günstiger (ab 40 €), tragen viel, sehen aber im Schlafzimmer oft kühl aus. Holz- oder MDF-Lösungen passen besser ins Wohnambiente, kosten aber mehr. Für das Ankleidezimmer empfiehlt sich eine Kombination: Metallstruktur mit Holzelementen, wie sie z.B. Flexa (dänisch, bekannt aus dem Kindermöbelbereich) oder das System Regalsystem Ankleide von Hoppekids bietet.
Schlafzimmer mit Ankleidezimmer planen: Grundriss, Maße und Zonierung
Bevor du ein Regal für das Ankleidezimmer kaufst, steht die Raumplanung. Denn das beste System bringt nichts, wenn es nicht in deinen Grundriss passt.
MINDESTMASSE FÜR EIN ANKLEIDEZIMMER IM SCHLAFZIMMER: Experten und Einrichtungsplaner (u.a. IKEA Planungstool, Raumplaner von Hettich) empfehlen mindestens 1,20 m Gangbreite vor einem Regal, damit du dich bequem an- und ausziehen kannst. Eine vollständige Ankleide-Zone braucht mindestens 4-6 m² — in einem Schlafzimmer mit Ankleidezimmer ab ca. 18 m² Gesamtfläche gut realisierbar.
ZONIERUNG IM SCHLAFZIMMER: Es gibt drei Grundmodelle: Erstens die OFFENE ANKLEIDE-WAND — eine Wand des Schlafzimmers wird komplett als Ankleidezone ausgebaut, ohne räumliche Trennung. Zweitens die NISCHE ODER ALKOVEN-LÖSUNG — eine Raumecke oder ein Wandrücksprung wird zur Ankleide umfunktioniert. Drittens die RAUMTRENNER-VARIANTE — freistehende Regale oder ein Paravent trennen Schlaf- und Ankleidezone optisch, ohne Wände zu ziehen.
TIEFE DER REGALE: Für Kleidung an der Stange brauchst du mindestens 55-60 cm Regaltiefe (Schulterbreite eines Kleidungsstücks auf Bügel). Für gefaltete Textilien reichen 35-40 cm. Schuhe benötigen 30-35 cm Tiefe. Plane deine Ankleide nach diesen Werten, um Stauraum zu optimieren.
HÖHENNUTZUNG: Kleider und Mäntel benötigen mindestens 130 cm Hängehöhe, Hemden und Jacken ab 90 cm. Kurze Kleidung kannst du doppelt aufhängen (2× 90 cm Hängehöhe übereinander). Das Regalsystem Ankleide von Elfa arbeitet genau mit dieser Doppelhänger-Logik.
BELEUCHTUNG: Unterschätze die Lichtplanung nicht. LED-Lichtleisten (z.B. Paulmann Basis-Set, ca. 25-60 €) oder integrierte Beleuchtung wie beim PAX-Zusatzmodul von IKEA (ab 15 €) machen den Unterschied zwischen einer funktionalen und einer einladenden Ankleide.
PRAXIS-TIPP: Zeichne deinen Grundriss maßstabsgetreu auf Millimeterpapier oder nutze den kostenlosen IKEA Raumplaner online, bevor du kaufst. Viele Online-Händler wie Otto bieten ebenfalls digitale Planungstools an.
Die besten Regale für das Ankleidezimmer: Modell-Vergleich aus dem deutschen Sortiment
Im deutschen Onlinehandel — vor allem bei Otto, Breuninger, Westwingnow und Amazon.de — sind folgende Regalsysteme für die Ankleide besonders populär und gut bewertet.
IKEA PAX OHNE TÜREN: Der Bestseller für Ankleidezimmer. PAX-Grundschränke (50/75/100 cm breit, 201/236 cm hoch) werden ohne Türen als offenes Ankleide-Regal genutzt. Innenausstattung wie KOMPLEMENT-Schubladen, Kleiderstangen und Schuhregale sind modular kombinierbar. Gesamtpreis für eine 3-Meter-Lösung: ca. 400-700 €.
ELFA REGALSYSTEM: Schwedisches Wandschienen-System, in Deutschland u.a. über Elfa.de und ausgewählte Händler erhältlich. Eine Grundeinheit (1 Schiene + 4 Träger + 2 Böden) kostet ca. 80-120 €. Vollständige Ankleide-Lösung auf 2 m Wandbreite: ca. 400-800 €. Besonders gelobt: die hohe Traglast (bis 30 kg pro Boden) und die einfache Nachrüstung.
MÜLLER MÖBELWERKSTÄTTEN NOX: Deutsches Qualitätsregal aus Massivholz, produziert in Franken. Das Modell Nox ist ein offenes Regalsystem mit integrierbarer Kleiderstange und wechselbaren Fächerbreiten. Preis ab ca. 890 € für eine Einheit. Erhältlich bei ausgewählten Möbelhändlern und online bei Flinders.
FLEXA CLASSIC REGAL: Ursprünglich als Kindermöbel konzipiert, wird das Flexa Classic Regal (Kiefer massiv, weiß lackiert oder natur) auch für Erwachsenen-Ankleide-Bereiche eingesetzt. Ab ca. 250 € für ein Grundmodul mit Kleiderstange. Vorteil: robust, nachhaltig (FSC-zertifiziert), gut erweiterbar.
HOPPEKIDS ANOUK: Scandinavia-Design, weiß lackiert, mit optionaler Kleiderstange und offenen Fächern. Preis für eine vollständige Ankleide-Kombi: ca. 350-550 €. Bei Otto im Sortiment.
STRING SYSTEM: Schwedischer Design-Klassiker seit 1949. Wandmontiert, vollständig modular. Ein Basisset mit 2 Seitenteilen, 3 Böden und Kleiderstange kostet ca. 350-500 €. Premium-Optik für Einrichtungsbewusste.
WENKO METALL-ANKLEIDE-SYSTEM: Günstiger Einstieg aus Metall, verchromt. Ankleide-Set mit Kleiderstange, 2 Seitenregalen und Schuhablage: ca. 80-150 €. Erhältlich bei Otto und Amazon.de. Traglast bis 100 kg.
SOURCE ANSEMBLE BY HETTICH: Schienen-Einlegebodensystem für professionelle Ankleide-Lösungen. Wird über Küchen- und Badezimmerstudios geplant und montiert. Kosten: ab ca. 600 € für eine Wandeinheit inkl. Montage.
Kommode für das Ankleidezimmer: Ergänzung zum Regalsystem
Ein offenes Regalsystem deckt Hänge- und Sichtstauraum ab — aber für Unterwäsche, Socken, T-Shirts und gefaltete Pullover brauchst du Schubladen. Hier kommt die Kommode für das Ankleidezimmer ins Spiel.
Welche Kommoden-Typen passen zur Ankleide? Grundsätzlich eignen sich alle Kommoden mit mindestens 4 Schubladen. Für die Ankleide besonders praktisch: schmale Hochkommoden (40-50 cm breit, 100-120 cm hoch) oder breite Flachkommoden (80-120 cm breit, 60-80 cm hoch).
KONKRETE MODELLE:
IKEA MALM Kommode (80 cm, 4 Schubladen): Der Dauerbrenner. Weiß, Schwarz oder Eichenfurnier, ca. 149-199 €. Passt optisch zu PAX-Regalen und lässt sich als Untereinheit in eine Ankleide-Wand integrieren.
IKEA HEMNES Kommode (108 cm, 8 Schubladen): Massiv, solide, in verschiedenen Farben. Ca. 229-299 €. Ideal für große Ankleide-Bereiche.
HAY COLOUR CABINET: Design-Kommode aus Dänemark, 6 Schubladen, MDF lackiert in verschiedenen Farbtönen. Ab ca. 450 € bei Breuninger und Connox. Setzt optische Akzente im Ankleidezimmer.
WESTELM NARROW LEG DRESSER: Schmal, mit langen Beinen, im Scandi-Stil. Ab ca. 550 € über westelm.de. Eignet sich für Schlafzimmer, in denen die Kommode sichtbar im Raum steht.
BENSTAD KOMMODE VON MUSTERRING: Solide Mittelklasse, Holzdekor, 5 Schubladen, ca. 300-400 €. Bei Otto im Sortiment.
SCHMINKTISCH ALS KOMMODE: In der Ankleide oft kombiniert: ein Schminktisch mit Schubladen (z.B. Hemnes Schminktisch von IKEA, ca. 179 €) dient gleichzeitig als Kommode und Spiegel-Station. Besonders bei weiblichen Nutzern beliebt.
KAUFKRITERIEN FÜR KOMMODEN IN DER ANKLEIDE: Achte auf Schubladen mit Softclose-Funktion (kein Zuschlagen), ausreichend Regaltiefe (mindestens 35 cm), und Materialien, die zur restlichen Ankleide passen. Massivholz oder MDF-Hochglanz — beides funktioniert, muss aber durchgängig sein.


























