AMD Grafikkarten 2020: Die aktuelle Produktpalette im Überblick
Mit der Einführung der RDNA-Architektur (Radeon DNA) hat AMD die Effizienz seiner Grafikchips im Vergleich zur Vorgänger-Architektur GCN um bis zu 50 Prozent pro Watt gesteigert. Das schlägt sich direkt in besseren Benchmark-Ergebnissen und niedrigeren Temperaturen nieder.
Die aktuelle Radeon-RX-5000-Serie bildet im Jahr 2020 das Herzstück des AMD-Lineups. An der Spitze steht die RX 5700 XT mit dem Navi-10-Chip, 2560 Stream-Prozessoren, 8 GB GDDR6-Speicher auf 256-Bit-Interface und einer Boost-Taktrate von bis zu 1905 MHz. Darunter rangiert die RX 5700 (non-XT) mit denselben 8 GB GDDR6, aber leicht reduzierten Shadern und niedrigerem Takt.
Die RX 5600 XT adressiert die 1080p-Mittelklasse: 6 GB GDDR6, 2304 Shader, Boost bis 1750 MHz. Dank eines BIOS-Updates, das Hersteller wie Sapphire und MSI kurz vor dem Launch ausgerollt haben, erreicht die Karte Speicherbandbreiten von bis zu 336 GB/s — fast auf dem Niveau der RX 5700.
Noch eine Stufe darunter arbeitet die RX 5500 XT, erhältlich mit 4 oder 8 GB GDDR6. Die 8-GB-Variante ist für zukünftige Spiele-Anforderungen die sinnvollere Wahl, da mehrere Titel bereits jetzt über 4 GB VRAM beanspruchen.
Parallel dazu existiert noch die ältere Polaris-Generation (GCN 4): RX 580 (8 GB GDDR5) und RX 590 (8 GB GDDR5). Diese Karten basieren auf der 14-nm-Fertigung, sind weniger effizient, aber als Neuware oder Gebrauchtkauf zu deutlich günstigeren Preisen erhältlich und für 1080p-Gaming bei mittleren bis hohen Details weiterhin brauchbar.
Wer die beste AMD Grafikkarte 2017 sucht, stößt auf die RX Vega 64 und RX Vega 56 — leistungsstarke, aber auch stromhungrige High-End-Karten, die inzwischen von der RX 5700 XT überholt wurden. Als Gebrauchtkauf sind sie dennoch interessant, wenn der Preis stimmt.
RDNA-Architektur: Was steckt technisch hinter den neuen Radeon-Karten?
Die RDNA-Architektur (auch Navi-Architektur genannt) löst 2019/2020 das langjährige GCN-Design ab und bringt fundamentale Verbesserungen auf mehreren Ebenen. Wer die beste AMD Grafikkarte 2019 oder 2020 sucht, sollte die technischen Unterschiede kennen.
Kernstück von RDNA ist die neue Compute Unit (CU), die jetzt 64 Stream-Prozessoren statt vormals 64 enthält, aber mit einem deutlich höheren IPC (Instructions per Clock) arbeitet. AMD beziffert den IPC-Gewinn auf rund 25 Prozent gegenüber GCN. Kombiniert mit höheren Boost-Taktraten (RX 5700 XT: bis 1905 MHz vs. RX Vega 64: bis 1630 MHz) ergibt das spürbar mehr Gaming-Performance.
Der neue GDDR6-Speicher ersetzt GDDR5 und HBM2: Die RX 5700 XT erreicht eine Speicherbandbreite von 448 GB/s, was deutlich über den 256 GB/s der RX 580 liegt. Für Spiele mit hohen Texturauflösungen ist das ein messbarer Vorteil.
Als erster AMD-Desktop-Chip nutzt Navi 10 PCIe 4.0 — allerdings ist der praktische Spieleleistungs-Gewinn gegenüber PCIe 3.0 aktuell gering. Der Vorteil wird vor allem bei NVMe-SSDs und zukünftigen Workloads relevant.
Die 7-nm-Fertigung bei TSMC macht RDNA deutlich effizienter: Die RX 5700 XT hat ein TDP von 225 Watt, die ältere RX Vega 64 benötigte hingegen bis zu 295 Watt bei vergleichbarer oder sogar niedrigerer Rasterizer-Leistung.
Ein Kritikpunkt bleibt: AMD bietet bei der RX-5000-Serie kein Hardware-Raytracing und keine dedizierte KI-Beschleunigung. Nvidia führt RTX-Features seit der Turing-Generation (RTX 2000-Serie). Für reine Rasterizer-Leistung pro Euro ist AMD jedoch 2020 konkurrenzfähiger denn je.
Beste AMD Grafikkarte 2020: Die Top-Modelle im direkten Vergleich
Wer die beste AMD Grafikkarten 2020 sucht, hat je nach Budget mehrere starke Optionen. Hier sind die wichtigsten Modelle mit ihren Kernspezifikationen und Praxiswerten.
RADEON RX 5700 XT — ca. 380-430 Euro: Das Flaggschiff der RDNA-1-Generation ist die klare Empfehlung für 1440p-Gaming. In Titeln wie Shadow of the Tomb Raider, The Witcher 3 (Ultra, 1440p) erreicht sie 75-95 fps. Partnerdesigns von Sapphire (Nitro+ RX 5700 XT), MSI (Gaming X RX 5700 XT) und ASUS (ROG Strix RX 5700 XT) bieten bessere Kühlung und höhere Werks-Overclocks als die AMD-Referenzversion. Die Sapphire Nitro+ gilt laut ComputerBase-Test als lautestes, aber auch kühlstes Partnerdesign.
RADEON RX 5700 — ca. 310-360 Euro: Etwa 10-12 Prozent langsamer als die XT-Variante, aber in derselben Preisklasse. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht optimal; für den geringen Aufpreis zur 5700 XT lohnt sich das Upgrade meist.
RADEON RX 5600 XT — ca. 260-300 Euro: Die beste Wahl für 1080p-Gaming mit hohen Details. In Full-HD-Titeln liegt sie gleichauf mit Nvidias RTX 2060. Modelle von PowerColor (Red Dragon RX 5600 XT) und XFX (Thicc III RX 5600 XT) sind preislich attraktiv.
RADEON RX 5500 XT 8 GB — ca. 140-190 Euro: Solide 1080p-Einstiegskarte für ältere und weniger anspruchsvolle Titel. In neueren AAA-Spielen stößt sie auf mittlere Details an Grenzen. Die 8-GB-Variante ist klar der 4-GB-Version vorzuziehen.
RADEON RX 580 8 GB — ca. 120-180 Euro (Neuware/refurbished): Ältere, aber bewährte Polaris-Karte. Für 1080p bei mittleren Details oder als Zweit-PC-Karte noch interessant. Stromverbrauch (TDP 185 W) und Wärmeentwicklung sind höher als bei RDNA-Karten.
Die beste Radeon Grafikkarte 2020 für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ist nach aktuellem Marktstand die RX 5600 XT, sofern du primär in Full HD spielst — und die RX 5700 XT, wenn du auf 1440p oder höhere Bildwiederholraten setzt.
AMD vs. Nvidia 2020: Wo steht Radeon im Wettbewerb?
Die Frage AMD oder Nvidia ist 2020 nuancierter als noch 2017 oder 2018. Während Nvidia in der oberen Mittelklasse und im High-End-Segment mit den RTX-2000-Karten (und ab September 2020 den RTX-3000-Karten) klar führt, hat AMD in der Mittelklasse erheblich aufgeholt.
DIREKT-VERGLEICH nach Preisklasse:
Unter 200 Euro: AMD RX 5500 XT 8 GB vs. Nvidia GTX 1650 Super. Die GTX 1650 Super ist in diesem Segment oft günstiger und vergleichbar schnell; ein klarer AMD-Vorteil fehlt hier.
250-300 Euro: AMD RX 5600 XT vs. Nvidia RTX 2060. Bei reiner Rasterizer-Leistung liegen beide gleichauf. Die RTX 2060 bietet aber Hardware-Raytracing und DLSS 2.0 — beides Features, die AMD-Karten fehlen.
380-430 Euro: AMD RX 5700 XT vs. Nvidia RTX 2070 Super. In Rasterizer-Benchmarks liegt die 5700 XT auf Augenhöhe oder sogar leicht vorne, kostet aber weniger. Ohne Raytracing-Anforderung ist die 5700 XT das bessere Angebot.
Über 500 Euro: Hier fehlt AMD 2020 ein Gegenangebot zur RTX 2080 Super oder RTX 2080 Ti. Die RX 5700 XT ist das aktuelle Topmodell im Desktop-Segment; ein direkter Konkurrent zur RTX 2080 fehlt.
Für Software-Nutzer ist das Ökosystem relevant: Nvidia CUDA wird von vielen professionellen Anwendungen (Adobe Premiere, DaVinci Resolve mit bestimmten Plugins, Blender CUDA) bevorzugt. AMD setzt auf OpenCL und ROCm — OpenCL ist breit unterstützt, ROCm (Linux) erst in der Entwicklung. Für reine Spieler spielt das in der Regel keine Rolle.
Fazit: Wer keine Raytracing-Anforderungen hat und bis 430 Euro budget, bekommt mit der besten AMD Grafikkarte 2020 ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Paket.
Partnerdesigns: Welcher Hersteller baut die beste Radeon-Karte?
AMD liefert nur den Grafikchip und eine Referenz-Platine. Die meisten Käufer kaufen online jedoch ein sogenanntes Partnerdesign (AIB = Add-In Board), das ein Hersteller wie Sapphire, MSI, ASUS, Gigabyte, PowerColor oder XFX mit eigenem PCB, eigenem Kühler und oft höherem Werks-Takt fertigt. Die Wahl des Designs kann bis zu 10 Grad Celsius Temperaturunterschied und 5-10 Prozent mehr Performance bedeuten.
SAPPHIRE NITRO+: Gilt in Fachkreisen durchgängig als Premium-Linie. Die Nitro+ RX 5700 XT besticht durch einen massiven Triple-Fan-Kühler, hochwertiges PCB mit 12+2-Phasen-Spannungsversorgung und einen serienmäßigen OC-Modus mit 1905+ MHz Boost. Preis: ca. 430-460 Euro.
MSI GAMING X: Solides Mittelfeld-Partnerdesign mit dem bewährten Twin-Frozr-7-Kühler (zwei Lüfter). Die MSI RX 5700 XT Gaming X ist leiser als die Nitro+ bei etwas höheren Temperaturen (ca. 77 Grad Celsius Hotspot). Preis: ca. 400-430 Euro.
ASUS ROG STRIX: Premium-Linie von ASUS, dreifach belüftet, hervorragendes PCB. Die ASUS ROG Strix RX 5700 XT gehört zu den besten Partnerdesigns, ist aber auch das teuerste: ca. 450-490 Euro.
ASUS DUAL: Günstigere ASUS-Linie mit zwei Lüftern. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die RX 5500 XT und 5600 XT.
POWERCOLOR RED DEVIL: Sehr beliebte Alternative zur Nitro+. Der PowerColor Red Devil RX 5700 XT bietet Triple-Fan-Kühlung zu ca. 400-420 Euro.
XFX THICC III: Günstigstes Premium-Design, oft 10-20 Euro unter der Konkurrenz. Kühlung und PCB sind solide, das Produkt aber weniger verbreitet im deutschen Handel.
Empfehlung: Für die RX 5700 XT lohnt sich das Sapphire Nitro+ oder PowerColor Red Devil. Für die RX 5600 XT und 5500 XT reicht ein günstigeres Dual-Fan-Design von ASUS Dual oder MSI Mech OC vollkommen aus.


























