Warum überhaupt eine PS5 Controller Alternative kaufen?
Der Sony DualSense kostet im deutschen Handel zwischen 70 und 75 Euro und bietet mit haptischem Feedback, adaptiven Triggern und eingebautem Mikrofon ein beeindruckendes Paket für diesen Preis. Trotzdem gibt es handfeste Gründe, warum Spieler aktiv nach Alternativen suchen.
Erstens: Haltbarkeit. Der DualSense kämpft seit seiner Einführung mit dem sogenannten Stick-Drift-Problem — einem schleichenden Verschleiß der Analogsticks, der zu ungewollten Eingaben führt. Sony hat das Problem anerkannt, eine strukturelle Lösung liegt bislang aber nicht vor. Wer intensiv spielt, erlebt Stick-Drift oft nach wenigen Monaten.
Zweitens: Ergonomie und Griffgröße. Der DualSense ist kompakter als ein Xbox-Controller und besitzt eine symmetrische Stick-Anordnung. Für Spieler mit großen Händen oder einer Vorliebe für das Xbox-Layout kann das dauerhaft zu Ermüdung führen. Nacon und Thrustmaster bieten Controller mit asymmetrischer Stick-Platzierung und vergrößerten Griffen explizit als Alternative.
Drittens: Kompetitives Spielen. Im eSports-Umfeld sind programmierbare Rückpaddles, einstellbare Trigger-Stops und individuelle Tastenprofile Standard. Der DualSense bietet keine dieser Funktionen nativ. Genau hier spielen die besten Scuf Controller ihre Stärken aus: Der Scuf Reflex und Reflex FPS kommen mit vier programmierbaren Rückpaddles, einstellbaren Trigger-Stops und austauschbaren Thumbstick-Aufsätzen.
Viertens: PC-Kompatibilität. Wer PS5 und PC kombiniert, profitiert von Controllern mit universeller Wireless-Unterstützung oder USB-C-Verbindung ohne Treiber-Aufwand. Der Razer Wolverine V2 Pro und der Nacon Revolution 5 Pro funktionieren per Funk auf beiden Plattformen reibungslos.
Fünftens: Preis. Der offizielle DualSense Edge — Sonys eigener Pro-Controller — kostet rund 240 Euro. Für dieses Budget gibt es von Drittherstellern oft mehr Leistung oder zumindest ein vergleichbares Feature-Set.
Die besten PS5 Controller im Überblick: Marken und Modelle
Der Markt für PS5-kompatible Controller gliedert sich in drei Herstellergruppen: lizenzierte Drittanbieter mit voller PS5-Kompatibilität, PC-fokussierte Hersteller mit PS5-Modus und Budget-Anbieter ohne offizielle Lizenz.
SCUF GAMING (Corsair-Tochter): Scuf ist die Referenzmarke im Pro-Controller-Segment. Der Scuf Reflex kostet ca. 170 Euro, der Scuf Reflex Pro ca. 200 Euro (mit Grip-Coating und Paddles) und der Scuf Reflex FPS ca. 190 Euro (mit flachen Triggern für schnellere Aktivierung). Alle drei sind offiziell lizenziert, funktionieren kabellos über den Sony-Wireless-Standard und unterstützen keine adaptiven Trigger — das ist eine bewusste Design-Entscheidung für kompetitive Spieler, die gleichmäßigen Trigger-Widerstand bevorzugen.
NACON: Das französische Unternehmen hat mit dem Revolution 5 Pro (ca. 180 Euro) und dem Revolution Unlimited Pro (ca. 130 Euro) zwei starke Modelle im Sortiment. Der Revolution 5 Pro unterstützt als seltene Ausnahme im Drittanbieter-Markt sowohl haptisches Feedback als auch adaptive Trigger — damit ist er der vollständigste DualSense-Ersatz mit erweiterten Features.
RAZER: Der Razer Wolverine V2 Pro (ca. 220 Euro) richtet sich an Spieler, die PS5 und PC parallel nutzen. Die kabellose Verbindung funktioniert über einen 2,4-GHz-Dongle, die Mecha-Taktil-Buttons bieten einen spürbaren Klickpunkt. Sechs ummappbare Buttons und einstellbare Trigger-Stops sind Serie.
HORI: Der japanische Lizenznehmer positioniert sich im Mittelfeld. Der Hori Onyx Plus (ca. 50 Euro, kabelgebunden) ist die günstigste empfehlenswerte Option, der Fighting Commander OCTA (ca. 60 Euro) ist auf Kampfspiele spezialisiert. Hori bietet keine Wireless-Modelle im PS5-Segment unter 100 Euro.
THRUSTMASTER: Der Thrustmaster eSwap X Pro (ca. 100 Euro, PS5-kompatibel per PC-Modus) und der eSwap Pro Controller (ca. 90 Euro) richten sich an Spieler, die modulare Sticks schätzen — einzelne Stickmodule lassen sich tauschen, ohne das Gerät einschicken zu müssen.
SONY DUALSENSE EDGE: Mit ca. 240 Euro ist Sonys eigener Pro-Controller das teuerste Modell im Vergleich, bietet dafür aber vollständige Systemintegration, Back Buttons, Stick-Modul-Tausch und UI-Profiles direkt über das PS5-System-Menü.
Die besten Scuf Controller im Detail: Reflex, Reflex Pro und Reflex FPS
Wer nach dem besten Scuf Controller sucht, stößt unweigerlich auf die Reflex-Linie — die erste Scuf-Generation, die speziell für die PS5 entwickelt wurde. Alle drei Modelle teilen dieselbe Plattform, unterscheiden sich aber in Ausstattung und Zielgruppe.
SCUF REFLEX (ca. 170 €): Das Basismodell bietet vier programmierbare Rückpaddles, austauschbare Thumbstick-Aufsätze in drei Höhenprofilen (niedrig, mittel, hoch) und einen einfachen Stick-Tausch ohne Werkzeug. Die Wireless-Verbindung basiert auf dem Sony-proprietären Standard, die Latenz ist auf DualSense-Niveau. Kein Grip-Coating, kein haptisches Feedback — dafür günstiger Einstieg ins Pro-Segment.
SCUF REFLEX PRO (ca. 200 €): Wie das Basismodell, ergänzt um ein strukturiertes Grip-Coating an Griff und Rückseite sowie verchromte Dpad-Scheibe. Für Spieler, die lange Sessions ohne Handschwitze absolvieren wollen, ist das Grip-Coating ein spürbarer Unterschied. Im kompetitiven Shooter-Umfeld ist der Reflex Pro die meistverkaufte Scuf-Variante.
SCUF REFLEX FPS (ca. 190 €): Das FPS-Modell verzichtet auf haptisches Feedback (wie alle Scuf-Controller) und setzt auf flache, kurze Trigger ohne adaptive Funktion. Das ermöglicht schnellere Trigger-Aktivierung — relevant in Titeln wie Call of Duty: Warzone oder Apex Legends, wo jede Millisekunde zählt. Einstellbare Trigger-Stops ermöglichen es, den Trigger-Weg auf ca. 2 mm zu reduzieren.
Gemeinsame Schwachstellen aller Scuf-Reflex-Modelle: kein adaptives Trigger-Feedback, höheres Gewicht als der DualSense (ca. 280 g vs. 280 g DualSense — nahezu identisch), und ein Kundenservice, der in Deutschland mit Laufzeiten von 2-4 Wochen bei Reparaturen arbeitet. Die Garantie beträgt 12 Monate.
Der Scuf Reflex Pro ist unter Wettbewerbsspielern die verbreitetste Wahl — nicht ohne Grund: Das Feature-Set ist auf kompetitives Spielen optimiert, und die Verarbeitungsqualität liegt spürbar über generischen Drittanbieter-Controllern. Wer den besten Controller der Welt für PS5-eSports sucht, kommt an Scuf kaum vorbei.
Nacon Revolution 5 Pro: Der vollständigste DualSense-Ersatz
Der Nacon Revolution 5 Pro (ca. 180 €) ist aus technischer Sicht das ambitionierteste Drittanbieter-Modell für die PS5. Er ist der einzige Drittanbieter-Controller auf dem Markt, der sowohl haptisches Feedback als auch adaptive Trigger unterstützt — beide Funktionen über offizielle Sony-Lizenz.
Technische Specs: Die adaptiven Trigger lassen sich über die Nacon-App in drei Stufen anpassen (Widerstand leicht / mittel / stark). Das haptische Feedback entspricht nicht exakt dem DualSense-Erlebnis — die Vibrationsmotoren sind konventionell, keine Solenoid-Technik — liefert aber deutlich mehr Feedback als Standard-Rumble. Das Gehäuse ist mit 280 g leicht schwerer als ein DualSense (ca. 280 g inkl. Kabel, ca. 260 g ohne).
Für kompetitive Features bietet der Revolution 5 Pro: vier programmierbare Rückpaddles (zwei Paddle, zwei Knöpfe an der Unterseite), einstellbare Trigger-Stops in zwei Positionen, einen Hall-Effect-Sensor für den linken Analogstick (kein Stick-Drift durch magnetisches Messverfahren) und ein verstellbares Gewichtssystem im Griff (vier Gewichte à 5 g inkludiert).
Die Nacon Revolution App für PC ermöglicht das Erstellen von bis zu drei Profilen, die auf dem Controller gespeichert werden. Profilwechsel erfolgt über einen physischen Schalter an der Unterseite.
Schwachstellen: Die kabellose Verbindung über 2,4-GHz-Dongle (nicht Sony-Wireless-Standard) bedeutet, dass PS5-Share-Button-Funktionen eingeschränkt sind. Der USB-C-Anschluss ermöglicht Kabel-Betrieb ohne Einschränkungen. Die Software ist nur auf Englisch und Französisch verfügbar, läuft aber problemlos unter Windows 10/11.
Fazit: Wer die DualSense-Funktionen nicht missen möchte und gleichzeitig Pro-Features wie Paddles und Gewichtsanpassung will, ist mit dem Nacon Revolution 5 Pro am besten bedient. Er ist das ausgewogenste Gesamtpaket im Vergleich — und damit eine der besten PS5 Controller Empfehlungen im mittleren Premium-Segment.
Budget-Alternativen unter 70 Euro: Hori Onyx Plus, Nacon Compact und mehr
Nicht jeder Spieler benötigt einen Pro-Controller für 180 Euro. Für Gelegenheitsspieler, Kinder oder als Zweit-Controller für Couch-Koop gibt es solide Alternativen unter 70 Euro — sofern man die richtigen Modelle wählt.
HORI ONYX PLUS (ca. 50 €, kabelgebunden): Der Hori Onyx Plus ist der günstigste offiziell lizenzierte PS5-Controller im deutschen Handel. Das Layout orientiert sich am Xbox-Controller mit asymmetrischen Sticks, der linke Stick sitzt oben links. Der Onyx Plus hat kein haptisches Feedback und keine adaptiven Trigger, bietet aber solide Build-Qualität, einen angenehmen Grip und eine sehr niedrige Eingabelatenz durch die kabelgebundene Verbindung. Empfehlung für: Xbox-Umsteiger, Kampfspiel-Einsteiger, Budget-Couch-Koop.
NACON COMPACT CONTROLLER (ca. 30 €, kabelgebunden): Das günstigste offiziell lizenzierte Modell im Sortiment. Verarbeitung ist spürbar günstiger als der Hori, die Sticks haben ein leicht schwammiges Gefühl. Für Kinder und Casual-Spieler ausreichend, für regelmäßige Gaming-Sessions nicht empfehlenswert.
THRUSTMASTER T248 (ca. 100 €, für Rennspiele): Thrustmasters Controller-Modelle für Standardspiele sind weniger überzeugend als das Racing-Wheel-Segment. Wer aber gelegentlich Rennspiele spielt und keinen Platz für ein Wheel hat, findet hier einen soliden Allrounder.
POWER A FUSION PRO 3 (ca. 75 €, nicht offiziell für PS5 lizenziert, PC/Xbox): PowerA ist primär im Xbox-Segment präsent und bietet keine offiziell lizenzierten PS5-Controller — für PC-Spieler, die PS5-Layouts bevorzugen, aber am PC spielen, kann ein PC-Controller mit PS5-Layout relevant sein.
Wichtig beim Kauf günstiger Controller: Prüfe immer, ob das Modell offiziell für PS5 lizenziert ist. Nicht lizenzierte Controller funktionieren oft nicht mit allen PS5-Titeln, können nach System-Updates inkompatibel werden und fehlen bei sicherheitssensiblen Firmware-Updates. Das Lizenz-Logo auf der Verpackung (offizielles PlayStation-Logo) ist das verlässlichste Qualitätsmerkmal unter 70 Euro.


























