Paravent Bedeutung: Woher kommt das Wort und was steckt dahinter?
Die paravent bedeutung erschließt sich am einfachsten über die Sprache: Das Wort stammt aus dem Französischen und setzt sich aus pare (abwehren, schützen) und vent (Wind) zusammen – also wörtlich ein Windschutz. Dabei greift der Begriff auf eine Funktion zurück, die bereits Jahrhunderte vor seiner europäischen Verwendung in Ostasien bekannt war.
In China entstanden die ersten faltbaren Wandschirme bereits in der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.). Sie dienten zunächst als Windschutz in Palästen und Herrschaftssitzen, entwickelten sich aber schnell zum Statussymbol. Die Paneele wurden mit Seidenstickereien, Lackmalereien und Intarsienarbeiten veredelt. In Japan übernahm der sogenannte Byōbu – ein mehrteiliger Faltschirm – ähnliche Funktionen und wurde zu einem zentralen Element der japanischen Raumgestaltung.
Über die Seidenstraße und den Fernhandel gelangten diese Objekte in die islamische Welt. Hier vermischten sich ostasiatische Techniken mit islamischer Ornamentik: Geometrische Muster, Kalligrafie und das charakteristische Mashrabiyya-Gitterwerk – ein arabisches Fenstergitter aus gedrechseltem Holz – prägten die neue Formensprache. Diese Verbindung ist es, die wir heute als orientalischen Stil in Paravents wiedererkennen.
In Europa angekommen, wurde der Paravent im 17. und 18. Jahrhundert zu einem Luxusobjekt der Adelshäuser. Ostindien-Kompanien importierten reich verzierte Exemplare aus China und Japan, europäische Handwerker kopierten und adaptierten die Muster. Der Begriff paravent etablierte sich im europäischen Sprachraum als Oberbegriff für alle freistehenden, faltbaren Raumteiler.
Heute umfasst die paravent bedeutung in der Einrichtungssprache mehr als nur den Windschutz: Sie steht für Privatsphäre, Raumgestaltung, Dekoration und kulturellen Ausdruck. Ein orientalischer Paravent trägt dabei eine besonders reiche Geschichte – jedes Gittermuster, jede Arabeske verweist auf jahrhundertelange Handwerkstradition. Wer sich für einen solchen Paravent entscheidet, wählt nicht nur ein Möbelstück, sondern einen Gesprächsstarter.
Typen und Materialien: Welche Paravents gibt es?
Der Begriff Paravent ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Produkte. Beim Kauf entscheidet vor allem das Material über Haptik, Langlebigkeit und optischen Auftritt.
Holz-Paravents sind die klassische Wahl für orientalisch inspirierte Einrichtung. Massivholz-Modelle aus Teak, Akazienholz oder Sheesham bieten echte Schnitzereien und eine Haptik, die kein Pressspan erreicht. Günstigere Varianten nutzen MDF mit aufgebrachten Schnitzereien oder tiefgezogenen Reliefs. Besonders beliebt: Mashrabiyya-Optik, also ein durchbrochenes Gitterwerk aus geometrisch angeordneten Elementen. Durch die Öffnungen fällt Licht hindurch und erzeugt markante Schattenmuster an der Wand – ein Effekt, der gerade bei Hintergrundbeleuchtung oder indirektem Licht beeindruckend wirkt.
Bambus- und Rattan-Paravents verbinden Nachhaltigkeit mit einem natürlichen Look. Bambus ist besonders stabil und leicht, Rattan gibt dem Paravent eine organische, handwerkliche Textur. Diese Modelle passen sowohl in einen orientalisch inspirierten als auch in einen boho- oder tropischen Einrichtungsstil.
Metall-Paravents – oft aus Eisen oder Stahl mit Schmiedeoptik – setzen härtere, modernere Akzente. Arabisch anmutende Rankenornamente oder Sterne aus gelaserten Metallplatten sind typisch für diesen Stil. Sie sind robust, schwergewichtig und eher für dauerhafte Positionen geeignet.
Stoff-Paravents kombinieren einen Holz- oder Metallrahmen mit bespannten Paneelen. Bedruckte Stoffe mit orientalischen Mustern – etwa Paisley, Mandala oder florale Arabesken – ermöglichen optische Wirkung bei geringem Gewicht. Diese Modelle sind oft auch als Foto-Paravents erhältlich, bei denen eigene Motive gedruckt werden können.
Papier- und Reispapier-Paravents kennt man vor allem aus dem japanisch-chinesischen Designbereich. Sie sind leicht, halbdurchlässig und werfen weiches Licht, eignen sich aber weniger für Haushalte mit Kindern oder Haustieren.
Für den orientalischen Hauch im Wohnzimmer oder Schlafzimmer sind Holz-Paravents mit Gitter- oder Schnitzdetail sowie Stoff-Paravents mit aufgedruckten Orientmotiven die überzeugendsten Optionen.
Orientalische Paravents im Einrichtungsstil: So setzt du sie gekonnt ein
Ein orientalischer Paravent entfaltet seinen Effekt nur dann vollständig, wenn er in das Gesamtkonzept eines Raumes eingebunden wird. Dabei gibt es keine Einheitslösung – der gleiche Paravent kann in verschiedenen Kontexten völlig unterschiedlich wirken.
Im Wohnzimmer eignet sich ein großer Paravent mit drei oder vier Paneelen als Hintergrundkulisse für ein Sofa oder eine Sitzgruppe. Modelle mit durchbrochenem Holzgitter – etwa in dunklem Walnussfinish oder gebürstetem Messing – schaffen einen warmen, rahmenden Effekt. Kombiniere ihn mit Keramikvasen, Kupferleuchten und Textilien in Terrakotta, Ocker oder Tiefblau, um die orientalische Stilwelt zu komplettieren.
Im Schlafzimmer schafft ein Paravent Privatsphäre hinter dem Bett oder trennt einen Ankleidbereich vom Rest des Raums. Gerade in Einraumwohnungen oder Studio-Apartments ist diese Funktion enorm praktisch. Modelle mit Stoff in gedämpften Tönen – Sandbeige, Rostrot, Schiefergrau – wirken schlafzimmertauglich ohne zu dominant zu sein.
Im Homeoffice trennt ein Paravent den Arbeitsplatz vom Wohnraum – eine Abgrenzung, die gerade im Homeoffice-Alltag psychologisch wichtig ist. Hier eignen sich auch kompaktere Dreiteiler-Modelle, die sich platzsparend verstauen lassen.
Im Flur oder Entrée kann ein schlanker Zweiteiler oder ein dekorativ aufgestellter Einzelpanel die Sicht auf Garderobe oder Schuhschrank verbergen und gleichzeitig den ersten Eindruck der Wohnung prägen.
Auf der Terrasse oder dem Balkon schaffen wetterfeste Paravents aus behandeltem Holz oder Metall Sichtschutz und orientalisches Ambiente – vor allem abends mit Lichtketten oder Kerzenlaternin kombiniert.
Bei der Positionierung gilt: Paravents stehen freier als Möbelstücke und brauchen keinen festen Platz. Nutze diese Flexibilität und probiere verschiedene Aufstellungen aus, bevor du eine endgültige Position festlegst.
Konkrete Modelle und Marken im Überblick
Der deutsche Markt bietet eine breite Auswahl an orientalisch inspirierten Paravents, von günstigen Einstiegsmodellen bis hin zu hochwertigen Designerstücken. Hier findest du die bekanntesten Anbieter und repräsentative Modelle.
Hansen Living ist ein dänisch-deutsches Einrichtungsmarke mit Fokus auf natürliche Materialien. Ihr Bambus-Paravent mit geflochtenen Paneelen ist ab ca. 89 € erhältlich und eignet sich für naturnahe Einrichtungsstile mit orientalischem Touch.
Home Affaire, ein bei Otto und Baur erhältlicher Möbel-Brand, bietet Holz-Paravents mit aufgedruckten Orientmotiven – zum Beispiel das Modell Orient Arabesque mit dreiteiligen Holzrahmen-Paneelen und Stoff-Bespannung für ca. 79–109 €.
Breuninger führt im Sortiment höherwertige Holz-Paravents aus dem Designsegment, darunter Modelle von Bloomingville und House Doctor – beide skandinavischen Labels mit klarer Formensprache, die sich auch für orientalisch inspirierten Wohnstil eignen. Preise ab ca. 120 €.
Sit & More sowie Kayoom bieten in Deutschland stark nachgefragte orientalische Raumtrenner – etwa der Kayoom Paravent Alhambra, ein vierteiliges Modell mit dunkelbraunem Holzrahmen und geometrischem Gittermuster, ca. 149 €.
LivingStyles und Maisons du Monde führen handgefertigte Holz-Paravents mit Schnitzdetails – etwa das Modell Medina von Maisons du Monde, ein dreiteiliger Mangoholz-Paravent mit Arabesken-Schnitzereien, ca. 219 €.
Kare Design ist bekannt für extravagante, designorientierte Möbel. Ihr Paravent Magic Orient kombiniert Metall-Rahmen mit bedruckten Textil-Paneelen und orientalischen Mustern – ca. 259 €.
IKEA bietet mit dem Modell RISÖR einen schlichten, weißen Holz-Paravent als Basismodell, das sich durch Farbe oder Stoff-Bespannung leicht orientalisieren lässt – ca. 59 €.
Tim Holtz Idea-Ology sowie separate Handwerks-Anbieter auf Etsy.de bieten handbemalte Unikate aus Nordafrika und der Türkei für 180–450 €, die im Direktimport als echter Orient-Paravent gelten können.
Beim Kauf online lohnt sich ein Vergleich zwischen Otto, Amazon, Wayfair, Westwing und Breuninger – sowohl Preis als auch Lieferzeit und Rückgabebedingungen unterscheiden sich teils erheblich.


























