Was macht eine Küche im Retro Stil aus: Designmerkmale im Überblick
Der Begriff küche im retro design bezeichnet keine exakt definierte Stilepoche, sondern eine Designfamilie, die Elemente aus den 1950er bis 1970er Jahren aufgreift und neu interpretiert. Entscheidend sind dabei weniger historische Details als vielmehr die optische Sprache: geschwungene Linien statt scharfer Kanten, satte oder pastellige Farben statt weißer Minimalismus, und sichtbare Materialien wie Holz, Chrom und emaillierter Stahl.
Drei Hauptepochen prägen den Markt für küchen retro style heute. Erstens die 50er-Jahre-Ästhetik mit ihren Pastelltönen — Mintgrün, Cremeweiß, Hellblau — und stark abgerundeten Formen. Typisch sind hier Standfüße an Unterschränken, sichtbare Scharniere in verchromtem Metall und Arbeitsflächen in Resopal-Optik. Zweitens die retro küche 60er jahre mit kräftigeren Farben wie Orange, Türkis und Signalrot, klareren geometrischen Formen und einem stärkeren Kontrast zwischen Korpus und Arbeitsplatte. Drittens die küche 70er jahre mit erdigen Tönen — Avocadogrün, Harvest Gold, Braun — sowie Holzfronten und einem Mix aus Natur- und Kunststoffmaterialien.
Moderne Interpretationen dieser Stile, wie sie Hersteller wie Smeg oder Gorenje Retro-Linie anbieten, integrieren zeitgemäße Technik hinter klassischem Design. Ein Smeg-Kühlschrank FAB28 sieht aus wie ein Gerät aus den 50ern, bietet aber A++-Energieeffizienz, No-Frost-Technologie und präzise Temperaturbereiche. Das ist der Kern des Konzepts: Klassiker mit modernem Touch.
Für eine überzeugende küche im retro stil sind folgende Designelemente besonders wirkungsvoll: einheitliche Farbgestaltung aller Geräte, Fronten im Hochglanz oder mattierten Lack mit sichtbaren Griffen in Chrom oder Messing, offene Regale oder Vitrinen zur Ergänzung geschlossener Schrankzeilen sowie Bodenbeläge in Schachbrettmuster oder Terracotta, die das Retro-Thema räumlich fortführen.
Vintage Küchenmöbel: Marken, Serien und Modelle im Vergleich
Der Markt für vintage küchenmöbel ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Heute gibt es sowohl spezialisierte Retro-Anbieter als auch große Küchenstudio-Marken, die entsprechende Serien im Sortiment führen.
Smeg ist die bekannteste Marke im Retro-Küchensegment und seit Jahrzehnten Synonym für küche retro style. Das italienische Unternehmen bietet eine vollständige Retro-Gerätelinie: Kühlschränke der FAB-Serie (FAB10, FAB28, FAB32, FAB50), Standherdzubehör der Victoria-Linie, Geschirrspüler, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschinen — alles in aufeinander abgestimmten Farben wie Creme, Schwarz, Pastellgrün oder Rot. Ein FAB28-Kühlschrank liegt je nach Farbvariante bei ca. 1.299–1.499 €.
Gorenje ist die zugänglichere Alternative: Die slowenische Marke bietet ihre Retro-Collection mit Kühlschränken ab ca. 799 €, Retro-Herdsets und passenden Kleingeräten. Die Farbpalette umfasst klassische Retro-Töne wie Mint, Cream und Coral. Für Einsteiger in den vintage küche Markt ist Gorenje oft der erste Schritt.
Big Chill ist vor allem in den USA etabliert, aber auch über europäische Händler erhältlich. Die Marke bietet komplette Retro-Küchenpakete aus Kühlschrank, Standherd und Dunstabzug in bis zu 200 Farbvarianten — Preise ab ca. 3.500 € pro Hauptgerät.
Bertazzoni aus Italien ist bekannt für seine La Germania und Master-Serie: Standherde in Retro-Optik mit echtem Profikocher-Charakter, ab ca. 2.200 €. Die Geräte verbinden 50er-Design mit modernen Funktionen wie Induktionskochfeld-Optionen.
Falcon (UK) ist Kult-Hersteller für Retro-Standherde: Das Modell Nexus 90 (ca. 3.800–5.200 €) oder der klassische Rangecooker Deluxe 110 (ca. 6.000 €) sind Herzstücke von Küchen vintage look. Falcon fertigt seine Herde seit über 180 Jahren in Birmingham.
Lacanche (Frankreich) bedient das High-End-Segment: Die handgefertigten Standherde der Citeaux- und Sully-Linie (ab ca. 6.500–18.000 €) sind für Profi-Köche und Design-Enthusiasten. Jedes Gerät ist individuell konfigurierbar in über 20 Farben.
Für vintage küchenmöbel im engeren Sinne — also Schränke, Regale, Küchenzeilen — sind Hersteller wie Willowbrook, Ikea-Hack-Konzepte mit Metod-Chassis und Retro-Fronten von Drittanbietern wie Superfront sowie Massivholz-Spezialisten wie SieMatic oder Nolte Küchen (Retro-Fronten) relevant. Preise für komplette Küchenzeilen starten bei ca. 4.000 € (Einstieg mit Retro-Fronten auf Standard-Chassis) und reichen bis über 30.000 € bei individuellen Handwerksküchen.
Küchenblock Vintage und Küchenzeile: Planung und Grundriss
Ein küchenblock vintage ist oft der Einstieg in die Retro-Küche: Ein freistehendes Möbelstück, das als Arbeitsinsel, Küchenwagen oder kompakter Kochwagen fungiert und den Vintage-Charakter in eine bestehende Küche einbringt, ohne einen vollständigen Umbau zu erfordern. Preislich beginnen solche Blöcke bei ca. 350–800 € (z.B. bei Otto erhältliche Modelle von Butcher Block, Home Deluxe oder Kesper) und reichen bis zu 2.500 € für Massivholz-Varianten.
Wer eine vollständige vintage küchenzeile plant, steht vor grundlegenden Layoutfragen. Die klassischen Grundrisse — L-Form, U-Form oder Einzeilige Zeile — lassen sich alle im Retro-Look umsetzen. Besonders beliebt in küchen vintage look Planungen ist die einzeilige Zeile mit freistehenden Elementen: Hierbei werden Ober- und Unterschränke kombiniert mit offenen Regalen, einem freistehenden Kühlschrank und einem Standherd als Blickfang.
Bei der Planung einer küche vintage-look kaufen solltest du folgende Maßvorgaben beachten: Standardtiefe Unterschränke sind 60 cm, Retro-Standherde wie Falcon oder Smeg Victoria weichen davon oft ab (90 cm breite Modelle, 60 cm tief). Die Arbeitshöhe liegt klassisch bei 90–95 cm, kann aber je nach Körpergröße angepasst werden. Vintage-Küchen setzen häufig auf sichtbare Beine statt sockelverkleideter Unterschränke — das erfordert etwas mehr Bodenfreiheit bei der Planung.
Für die vintage küchenzeile gilt: Hersteller wie Nolte Küchen bieten mit ihrer Retro-Frontserie entsprechende Planungsoptionen in Küchenstudios. SieMatic bietet die Serie Balance SL mit offenen Regalelementen und Metallfronten, die sich im Retro-Kontext sehr gut einsetzen lässt. Budget-Planer greifen auf Ikea Metod-Korpusse zurück und ergänzen diese mit Fronten von Superfront (ab ca. 80 €/Front), Plykea oder Reform — Anbieter, die speziell Retro- und Vintage-Fronten für Standard-Ikea-Korpusse produzieren.
Ein wichtiger Planungshinweis: Bei älteren Häusern mit niedrigen Decken (unter 2,60 m) sollte man auf Oberschränke bis zur Decke verzichten und stattdessen auf offene Regale oder dekorative Regalbretter setzen — das verstärkt den authentischen Retro-Charakter und vermeidet optische Enge.
Retro Küche 60er Jahre: Der beliebteste Stil im Detail
Die retro küche 60er jahre ist aktuell der meistgesuchte Stil im Segment küche im retro design. Das liegt an ihrer visuellen Stärke: Kräftige Farben, geometrische Formen und ein deutlicher Kontrast zwischen Korpus und Arbeitsfläche erzeugen eine Bildwirkung, die auf Social Media und in Wohnmagazinen funktioniert.
Charakteristisch für den 60er-Jahre-Küchenstil sind folgende Elemente: Hochglanzfronten in Signalrot, Türkisblau, Sonnengelb oder Olivgrün; Arbeitsflächen in Weiß oder Hell-Grau mit scharfer Profilkante; Griffe als horizontale Chromstangen oder Bügelgriffe; Leuchten als hängende Pendellampen in konischer Form (z.B. von Kartell oder HAY); und Wandfliesen im quadratischen Format in Weiß oder mit dezenter Musterung.
Als Gerätekeimzelle dieses Stils gilt der Smeg FAB32 Kühlschrank (ca. 1.899 €), den es in zahlreichen 60er-typischen Farben gibt. Ergänzt wird er idealerweise durch den Smeg TR93 Standherd (ca. 2.499 €) oder den Victoria TR4110 (ca. 3.499 €) — beide mit emaillierten Oberflächen und Chromdetails.
Wer die retro küche 60er jahre günstiger umsetzen will, findet bei Gorenje ebenfalls passende Geräte: Der Kühlschrank RB60299OCR in Orange oder der Retro-Kühlschrank von Russell Hobbs sind für ca. 799–999 € erhältlich. Kombiniert mit einer günstigen Küchenzeile in Hochglanzoptik und nachgerüsteten Chromgriffen entsteht auch im Budget-Segment ein überzeugender Retro-Look.
Ein wichtiges Detail: Die Küchenzeile der 60er Jahre war oft zweiteilig — Ober- und Unterschränke waren nicht immer verbunden, und es gab häufig eine Lücke zwischen Hängeschrank und Unterschrank, die mit Wandfliesen oder offenen Regalleisten gefüllt wurde. Dieses Kompositionsprinzip funktioniert auch heute noch und macht es einfacher, Standardküchen mit Retro-Elementen aufzuwerten, ohne alles ersetzen zu müssen.
Für die Küchenzeile selbst empfehlen sich im 60er-Stil: SieMatic SE 3003 in Signalrot Hochglanz (Bestellung über Küchenstudio, ab ca. 12.000 €), Nolte Küchen mit Lack-Fronten in entsprechenden Farben (ab ca. 6.000 €), oder Schuller Küchen mit der Frontserie Alea Lack in Vintage-Tönen. Alle drei Anbieter arbeiten mit dem deutschen Fachhandel zusammen und ermöglichen individuelle Planung inklusive Haushaltsgeräteintegration.
Küche 70er Jahre und Vintage Look: Holz, Erdtöne und Naturmaterialien
Die küche 70er jahre ist der wärmste und gemütlichste der drei Retro-Stile. Während die 50er und 60er Jahre stark von Chrom und Emaille geprägt waren, dominieren in der 70er-Küche Holzfronten, Rattanelemente, Keramikfliesen in Erdtönen und ein Mix aus Naturmaterialien.
Typische Farbpalette für küchen vintage look im 70er-Stil: Avocadogrün, Harvest Gold, Burnt Orange, Schokoladenbraun und Terrakotta. Diese Töne erleben seit etwa 2021 ein starkes Revival — sie tauchen nicht nur in Wohnzimmertrends auf, sondern auch in neuen Küchenprogrammen zeitgenössischer Hersteller.
Für die Umsetzung sind folgende Materialien zentral: Fronten in massiver Eiche oder Eichenfurnier (z.B. Ikea Metod mit Björket-Fronten oder Leicht Küchen Eiche Natur), Arbeitsplatten aus Naturstein oder geschliffenem Beton, Rückwände aus handbemalten Keramikfliesen (z.B. von Cletile oder WOW Ceramics), und Pendelleuchten in Glas oder Rattan.
Als Leit-Geräte im 70er-Stil gelten Standherde in mattem Emaille-Finish: Der Falcon Classic 90 in Moosgrün (ca. 3.900 €) oder der Bertazzoni Heritage Series in Kupfer-Finish (ca. 4.200 €) setzen kraftvolle Akzente. Kühlschränke von Smeg in der Farbe Avocado oder Messing-Look ergänzen das Ensemble.
Ein wichtiger Unterschied zum 60er-Stil: vintage küchenmöbel im 70er-Look sind oft etwas weniger symmetrisch und formal. Offene Regalbretter aus Holz, unterschiedliche Schrankhöhen und dekorative Elemente wie Hängelampen aus Makramee oder Topfkräuter-Regale gehören zum authentischen Bild. Diese Unregelmäßigkeit macht die 70er-Küche zugänglicher und ist einfacher umzusetzen — auch für Mieter, die keine Einbauküche kaufen können oder wollen.
Hersteller wie Devol Kitchens (UK, auch über deutsche Händler erhältlich, Preise ab ca. 15.000 €), Plain English (London) und Nordiska Kök (Schweden) bedienen das gehobene Segment dieses Stils mit Handwerksqualität. Im mittleren Segment punkten Hersteller wie Beckermann Küchen mit Holzfrontprogrammen ab ca. 5.500 € oder Häcker Küchen mit der Serie AV 6060 Natur in Eiche (ab ca. 7.000 €).


























