Was ist ein Multiroom System – und worauf kommt es wirklich an?
Ein Multiroom System erlaubt es dir, in mehreren Räumen gleichzeitig oder unabhängig voneinander Musik zu hören – über WLAN, ohne Verkabelung zwischen den Lautsprechern. Alle Geräte im System werden über eine zentrale App gesteuert. Du kannst dieselbe Playlist in Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer abspielen oder in jedem Raum eine andere Quelle wählen.
Die technische Basis: Multiroom-Lautsprecher verbinden sich per 2,4-GHz- oder 5-GHz-WLAN mit deinem Heimnetzwerk. Manche Systeme nutzen zusätzlich ein proprietäres Mesh-Protokoll (Sonos nutzt seit 2020 ausschließlich Standard-WLAN, frühere Modelle nutzten SonosNet). Die Synchronisation zwischen Räumen muss auf wenige Millisekunden genau sein, sonst entsteht ein störendes Echo beim Wechsel zwischen Räumen – ein Qualitätsmerkmal, auf das du beim Vergleich achten solltest.
Welches Multiroom System ist das beste? Das hängt von fünf Faktoren ab: Klangqualität, Ökosystem-Kompatibilität, Streaming-Dienst-Integration, Erweiterbarkeit und Preis. Ein System, das heute nur Spotify und Bluetooth beherrscht, schränkt dich langfristig ein. Achte außerdem darauf, ob Updates kostenfrei bleiben und ob ältere Geräte weiter unterstützt werden – Sonos sorgte 2020 mit seinem Legacy-Update für negative Schlagzeilen, hat seitdem aber nachgebessert.
Typische Komponenten eines vollständigen Multiroom-Setups: ein oder mehrere Stereo-Lautsprecher (z.B. Sonos Era 100 oder Bose Home Speaker 300), eine Soundbar für den TV-Raum (Sonos Arc, Bose Smart Soundbar 900), optional ein Subwoofer (Sonos Sub Gen 3, Bose Bass Module 500) und ein Verstärker für vorhandene Passivboxen (Sonos Amp). Die besten Multiroom Speaker sind modular – du startest klein und baust das System nach Bedarf aus.
Sonos im Detail: Stärken, Schwächen und aktuelle Modelle
Sonos gilt seit Jahren als Benchmark, wenn es um das beste Multiroom System für anspruchsvolle Nutzer geht. Das Ökosystem umfasst 2024 folgende Kernprodukte:
Sonos Era 100 (ca. 249 €): Nachfolger des beliebten Sonos One. Zwei Tweeter im Winkel von 45 Grad erzeugen einen breiten Stereoklang. Unterstützt Trueplay (automatische Raumeinmessung), Line-In per USB-C-Adapter, AirPlay 2, Spotify Connect und Amazon Alexa. WLAN 6 sorgt für stabile Verbindung.
Sonos Era 300 (ca. 499 €): Flaggschiff-Kompaktlautsprecher mit Dolby Atmos-Wiedergabe. Sechs Treiber strahlen nach vorn, zur Seite und nach oben ab – ermöglicht echten Spatial Audio. Im Stereo-Paar (ca. 998 €) liefert er Surround-Sound ohne zusätzliche Kanäle.
Sonos Arc (ca. 999 €): Die meistverkaufte Premium-Soundbar im deutschen Markt. 11 Treiber, Dolby Atmos, DTS:X, HDMI eARC, automatisches Trueplay via iPhone-Mikrofon. Kombiniert mit Sonos Sub Gen 3 (ca. 799 €) und zwei Era 300 als Rear-Speaker entsteht ein vollständiges 7.1.4-Heimkino-System.
Sonos Five (ca. 599 €): Maximale Klangperformance in einem einzelnen Gehäuse. Drei Hochtöner, drei Mitteltöner, drei Verstärker. Empfehlung von Stiftung Warentest in der Premium-Klasse. Ideal als Stereo-Paar (ca. 1.198 €) für den Hörraum.
Sonos Amp (ca. 749 €): Verstärker für Passivboxen jeder Marke. 125 Watt, HDMI ARC, digitaler Ausgang. Ermöglicht die Integration von Hi-Fi-Lautsprechern (z.B. Bowers & Wilkins 606) ins Sonos-Netz.
Schwächen von Sonos: kein nativer Bluetooth-Modus (nur AirPlay 2 und WLAN), kein integriertes CD-Laufwerk oder UKW-Tuner ohne externe Quelle, Preis im mittleren bis oberen Segment. Der Sonos Roam (ca. 179 €) und Sonos Move 2 (ca. 449 €) schließen die Lücke für mobile Nutzung.
Fazit Sonos: Wer das beste Multiroom System mit maximaler Streaming-Integration und nahtloser Skalierbarkeit sucht, findet bei Sonos das konsistenteste Ökosystem auf dem deutschen Markt.
Bose Smart Speaker: Welche Bose Anlage ist die beste für Multiroom?
Die Frage welche Bose Anlage ist die beste, lässt sich für Multiroom klar eingrenzen: Das aktuelle Bose Smart-Portfolio (nicht das ältere SoundTouch-System) bietet die besten Multiroom-Fähigkeiten. Alle Smart-Geräte nutzen die Bose Music App und sind untereinander sowie mit Amazon Alexa und Google Assistant kompatibel.
Bose Home Speaker 300 (ca. 199 €): Einstieg ins Bose Smart-Ökosystem. 360-Grad-Klang, sechs Mikrofone für Sprachsteuerung, Amazon Alexa und Google Assistant integriert. Spotify Connect, Apple AirPlay 2, Bluetooth. Für Küche oder Schlafzimmer die beste Wahl unter 200 €.
Bose Home Speaker 500 (ca. 349 €): Boses Flaggschiff-Einzellautsprecher. Zwei nach außen gerichtete Hochtöner erzeugen laut Bose den breitesten Stereoklang, den ein einzelner Lautsprecher dieser Größe liefern kann – ein im Test von Fachmagazinen wie Audio und HIFI-Einsnull bestätigter Anspruch. LCD-Bildschirm für Titelanzeige.
Bose Smart Soundbar 300 (ca. 449 €): Kompakte Soundbar mit Dolby Atmos, HDMI ARC und Multiroom-Funktion. Empfehlung für kleine bis mittelgroße TV-Räume.
Bose Smart Soundbar 900 (ca. 999 €): Boses Top-Soundbar. Dolby Atmos mit PhaseGuide-Technologie, HDMI eARC, sieben Kanäle. In Kombination mit Bose Bass Module 500 (ca. 499 €) und Bose Surround Speakers 700 (ca. 549 €) entsteht ein vollständiges Bose Multiroom Surround-System.
Bose SoundTouch 10 (ca. 129 € – Auslaufmodell): Günstiger Einstieg, aber das ältere SoundTouch-Ökosystem wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Für Neukäufer nicht empfehlenswert.
Schwächen von Bose Multiroom: Das Ökosystem ist kleiner als Sonos, keine nativen Hi-Fi-Verstärker für Passivboxen, Streaming-Dienst-Integration etwas weniger umfangreich (kein Tidal Connect nativ). Die Bose Music App erhält gelegentlich schlechtere Bewertungen als die Sonos-App.
Fazit Bose: Wer kraftvollen Klang mit einfachster Bedienung und starker Sprachsteuerung kombinieren will, findet mit Bose Smart eine überzeugende Plattform – besonders für TV-lastigen Einsatz mit der Soundbar 900.
Die besten Multiroom Systeme im Überblick: Alternativen zu Sonos und Bose
Wenn du die besten Multiroom Systeme jenseits der beiden Platzhirsche suchst, gibt es starke Alternativen, die je nach Anwendungsfall sogar überlegen sind.
Yamaha MusicCast: Das offenste aller Multiroom-Ökosysteme. Yamaha MusicCast verbindet AV-Receiver (z.B. Yamaha RX-V6A, ca. 549 €), Netzwerk-Lautsprecher (WX-021, ca. 149 €), Soundbars (YAS-209, ca. 279 €) und sogar Plattenspieler über eine einzige App. Besonderheit: MusicCast unterstützt Airplay 2, Spotify Connect, Amazon Music, Tidal und Internet-Radio, bietet aber auch analoge und digitale Eingänge für bestehende Hi-Fi-Komponenten. Ideal für Nutzer, die bestehende Yamaha-HiFi-Geräte integrieren wollen.
Denon HEOS: Ähnlich wie MusicCast auf AV-Receiver-Nutzung ausgerichtet. Denon AVR-X2800H (ca. 799 €) mit HEOS-Modul integriert sich mit HEOS-Lautsprechern (HEOS 1, ca. 179 €; HEOS 3, ca. 249 €). Stärke: nahtlose Integration mit Denon- und Marantz-AV-Receivern, schwächere App-Erfahrung im Vergleich zu Sonos.
Amazon Echo-System: Die günstigste Einstiegsoption für Multiroom. Echo Dot 5. Generation (ca. 59 €), Echo (4. Gen., ca. 99 €) und Echo Studio (ca. 229 €) lassen sich per Alexa-Gruppen zu einem Multiroom-System zusammenschalten. Klang des Echo Studio reicht an Sonos Era 100 heran. Einschränkung: Anbindung an Amazon-Ökosystem, kein Tidal Connect, keine HiFi-Anbindung.
KEF LS50 Wireless II (ca. 2.799 € das Paar): Für audiophile Ansprüche das beste Multiroom System im Premium-Segment. Koaxial-Treiber, DSP-Raumkorrektur (DSP mit 192-kHz-Verarbeitung), Roon Ready, AirPlay 2, Spotify Connect, Tidal Connect. Keine eigene Multiroom-App – Steuerung über Drittanbieter-Apps wie Roon (Abo-Dienst).
Bluesound: Kanadischer Hersteller, stark im audiophilen Multiroom-Segment. Bluesound NODE (ca. 599 €) als Streaming-Bridge, Pulse Mini 2i (ca. 549 €) als Kompaktlautsprecher. Unterstützt MQA (Master-Qualität via Tidal), Roon Ready, AirPlay 2. BluOS-App gilt als eine der stabilsten Multiroom-Apps auf dem Markt.
Fazit Alternativen: Die besten Multiroom Speaker für Hi-Fi-Puristen kommen von KEF und Bluesound. Für Smarthome-Integration ohne Budget-Limit ist MusicCast das flexibelste System. Sonos und Bose bleiben die einsteigerfreundlichsten Plattformen.
Sonos vs. Bose: Direktvergleich der wichtigsten Kriterien
Damit du das beste Multiroom System für deinen konkreten Bedarf findest, lohnt ein strukturierter Direktvergleich der beiden Marktführer.
Klang: Sonos setzt auf ausgewogenen, detaillierten Klang mit guter Bühnenbreite. Der Era 300 gilt derzeit als einer der besten Wireless-Lautsprecher unter 500 € (Wertung Audio-Magazin: 90/100). Bose klingt wärmer, mit betontem Tiefton – was in Wohnräumen mit Hintergrundmusik oft als angenehmer empfunden wird, für klassische Musik oder Jazz aber weniger neutral ist.
App und Bedienung: Die Sonos App (nach einem umstrittenen Redesign-Update 2024 zwischenzeitig verschlechtert) hat mit Version 80.x viele Kritikpunkte behoben. Sie gilt weiterhin als Standard für Multiroom-Apps. Die Bose Music App ist schlichter, für Einsteiger intuitiver, bietet aber weniger Feinsteuerung (kein grafischer EQ).
Streaming-Integration: Sonos unterstützt nativ über 100 Streaming-Dienste – darunter Spotify Connect, Apple Music, Tidal Connect, Amazon Music, Deezer, Qobuz. Bose unterstützt Spotify Connect, Amazon Music, Deezer, Apple Music via AirPlay 2 – der Support für Tidal Connect und Qobuz ist nicht nativ vorhanden.
Sprachsteuerung: Beide Systeme unterstützen Amazon Alexa und Google Assistant. Sonos hat zusätzlich eine eigene Sprach-KI (Sonos Voice Control), die ohne Cloud-Verbindung zu Drittanbietern auskommt.
Erweiterbarkeit: Sonos hat mit über 15 aktiven Produkten das größere Ökosystem. Von der portablen Bluetooth-Box (Sonos Roam, 179 €) bis zum vollständigen Heimkino-System ist alles abgedeckt. Bose hat ein schlankeres Portfolio – ausreichend für die meisten Haushalte, aber weniger modular.
Preis: Im direkten Einstiegsvergleich kostet der Bose Home Speaker 300 (ca. 199 €) weniger als der Sonos Era 100 (ca. 249 €). Im oberen Segment liegen beide Marken gleichauf.
Langzeit-Support: Bose hat das SoundTouch-System ohne vollständige Nachfolger-Kompatibilität eingestellt. Sonos hat in der Legacy-Affäre 2020 Fehler gemacht, bietet nun aber S2-Software mit klarer Roadmap. Beide Hersteller liefern in der Regel 5-7 Jahre Software-Updates für aktuelle Produkte.


























